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CD-Besprechung

Beethoven

Piano Concertos Nos. 2 & 4

Ondine ODE 1311-2

1 CD • 62min • 2017

24.04.2018

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Seit vielen Jahren profiliert sich der Pianist Lars Vogt als ebenso produktiver wie ausgezeichneter Pianist: Kammermusik, Orchester und Solo, in allen Sparten tummelt er sich, vereint mitunter das Beste aus den unterschiedlichen Welten. So zumindest wirkt die Aufnahme, die er jetzt mit den Klavierkonzerten Nr. 2 und 4 von Ludwig van Beethoven vorgelegt hat. Zusammen mit seinem Hausorchester, der Royal Northern Sinfonia, bietet er Beethoven mit orchestraler Dramatik und kammermusikalischer Transparenz – ein Glücksfall.

Seit 2015 leitet Vogt „sein“ Orchester als Music Director im nordenglischen Gateshead. Dort residiert man in einem von Stararchitekt Norman Foster entworfenen hypermodernen und ziemlich stylischen Konzerthaus – Attribute, die dieser Aufnahme ziemlich fremd sind. Denn zeitgeistig-stylish ist hier nichts, dafür aber erfrischend normal. Zu hören ist hier nicht nur, dass Solist/Dirigent und Orchester sich prächtig verstehen, hier steht auch kein Star im Vordergrund, sondern einzig Beethovens Musik. Und die wird hier auf so einem so exorbitanten Niveau und so überaus unprätentiös wie geistreich dargeboten, dass das Hören eine große Freude ist.

Vogt erweist sich als ausgefuchster Detailarbeiter, der seinen Anschlag ebenso wie andere Parameter seines Spiel peinlichst genau kontrolliert und dennoch nie pedantisch wirkt. Hier fließt die Musik mit größtmöglicher Freiheit, man ist gewissermaßen im Flow, zieht musikalisch in jeder Hinsicht an einem Strang. Die kammermusikalische Leichtigkeit des zweiten Klavierkonzerts kommt hier ebenso zur Geltung wie das heroische Element des deutlich dramatischeren vierten. Daran hat auch die Royal Northern Sinfonia einen ganz wesentlichen Anteil, nicht nur hinsichtlich der perfekt wie Zahnräder in einer Präzisionsuhr ineinandergreifenden Interaktion mit Vogt, sondern auch durch ihr unaufgeregtes, schlankes und dennoch höchst ausdifferenziertes Klangbild. Pathetischen Orchesterschwulst sucht man hier vergebens, hier wird in höchstem Maße feinnervig musiziert, immer am inneren Gehalt der Musik entlang, mit einem unbestechlichen Blick aufs Detail aber auch auf das große Ganze.

Guido Krawinkel [24.04.2018]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 00:28:33
4Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58 00:33:24

Interpreten der Einspielung

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