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CD-Besprechung

Naxos 8.660203-04

2 CD • 2h 12min • 2004

12.06.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Das Festmahl des Belsatzar, von dem der Prophet Daniel im Alten Testament berichtet, hat Maler, Dichter und Musiker gleichermaßen inspiriert. Am bekanntesten wurden Rembrandts Gemälde und Heines Gedicht, doch auch Händels Oratorium wird in unseren Tagen im Konzertsaal und sogar auf der Bühne gelegentlich gespielt. In Rossinis fünfter Oper Ciro in Babilonia, die er mit 21 Jahren für Ferrara komponierte, steht jedoch nicht der Babylonierkönig im Mittelpunkt, der hier Baldassare heißt, sondern dessen Widersacher, der Perserkönig Kyros (Ciro), der seine Frau Amira und seinen Sohn aus der Gefangenschaft des Bösewichtes befreien will und dabei sein Leben riskiert, bis durch göttliche Fügung dem Tyrannen das Handwerk gelegt wird.

Von einem frühen Meisterwerk kann man bei Ciro in Babilonia sicher nicht reden, zu beliebig sind die eingesetzten Stilmittel (das beginnt schon mit der Ouvertüre, die kurzerhand aus der voraufgegangenen Farce L’inganno felice übernommen wurde), doch als Melodiker schöpft Rossini schon hier aus dem Vollen, versteht es auch, Solo-Instrumente effektvoll einzusetzen. Daß er den dramatischen Höhepunkt, eben das Festmahl mit dem Erscheinen der Flammenschrift, ganz und gar verschenkt, ist auch dem unbedarften Libretto geschuldet. Der Unhold Belsatzar bleibt relativ blaß, weil er mit den gleichen Stilmitteln charakterisiert wird wie die Lindoros und sonstigen Tenorliebhaber Rossinis, doch die Musik für Ciro und Amira läßt den Meister von Tancredi und Semiramide bereits ahnen. Bemerkenswert sind auch die fein gearbeiteten Ensembles, besonders im 2. Akt. Eine besondere Kuriosität ist die Arie der Vertrauten Argene, die auf einem einzigen Ton gesungen wird, freilich von einer Solobratsche spielerisch umrankt. Etwas anderes als dieses “B” soll die erste Sängerin der Partie nach Meinung des Komponisten nicht drauf gehabt haben.

Die von Naxos dokumentierte Produktion aus Bad Wildbad hat hohes musikalisches Niveau, was zunächst am Dirigenten liegt. Der junge Antonino Fogliani, der bei Gelmetti und Zedda gelernt hat, ist ein berufener Rossini-Interpret, denn er läßt die Musik nicht nur funkeln und pulsieren, sondern gibt ihr auch lyrische Wärme, und die Württembergische Philharmonie Reutlingen setzt diese Vorgaben mit südländischem Feuer um.

Anna-Rita Gemmabella ist mit ihrem androgynen Timbre, das an Marilyn Horne erinnert, und ihrer vokalen Kunstfertigkeit eine richtige Besetzung für die Hosenrolle des Ciro. Ihre Partnerin Luisa Islam-Ali-Zade setzt ihren beweglichen Mezzo nicht nur virtuos, sondern auch dramatisch intensiv ein. Die beiden Tenorinos Riccardo Botta und Giorgio Trucco bieten Standard, der ebenso kraftvolle wie bewegliche Bass Wojciech Gierlak gibt ein Versprechen für die Zukunft.

Ekkehard Pluta [12.06.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gioachino Rossini
1Ciro in Babilonia

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