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CD-Besprechung

Profil PH06050

2 CD • 1h 52min • 2005

13.12.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Man könnte sich bei dieser Aufnahme an verschiedenen Fragen aufhalten, könnte orakeln, warum der Tenor in verschiedenen Tracks unterschiedlich disponiert scheint, ob die akustischen Probleme der Weilburger Schloßkirche womöglich noch besser hätten gelöst werden können (wenngleich Uwe Walter hier gewiß eine beachtliche Leistung vollbracht hat); hier und da wäre es vielleicht sogar wünschenswert gewesen, einen kräftigeren Spannungsbogen aufzubauen und durchzuhalten, im Confutatis hätte sich eventuell auch etwas gegen die „Höhenangst” der Chortenöre tun lassen. Und doch bin ich der Ansicht, daß diese Aufnahme des Requiem von Antonín Dvorák derlei Erbsenzählerei nicht verdient hat, daß hier jedes kleinkarierte Herumreiten auf, zweifellos vorhandenen und doch letztlich unbedeutenden, Defiziten ein Frevel wäre. Die gesamte Produktion ist nämlich von einer Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit getragen – von dem, was unsere britischen Nachbarn eben als „sincerity” bezeichnen –, der sich kaum jemand wird entziehen können. Gewiß kann ich nicht für jeden der mitwirkenden Musiker sprechen; was ich hier aber höre, ist eine direkte Linie von dem schlichten, naiv-gläubigen Komponisten bis in mein Innerstes, und wo das geschieht, wo so wenig an interpretatorischen Erwägungen, an aufführungspraktischem Diskussionsstoff übrig bleibt, da hat der Kritiker letztlich zu schweigen, um ganz und gar dem Hörer Platz zu machen. Und der hört hier eine liturgische Musik, die trotz ihres „erschröcklichen” Dies Irae und vieler dramatischer Verdichtungen nicht eigentlich als Trauerstück für die Toten, sondern als erstaunlich zuversichtliches Werk komponiert ist – ganz so, wie sich Dvorák uns immer wieder dargestellt hat: mit einem immensen musikalischen Können, aber auch mit einer einfachen und selbst hier einfach entzückenden Ursprünglichkeit. Wer außer ihm hätte es zum Beispiel fertigbringen können, Wagner und Brahms derart unverfänglich unter ein Dach zu bringen?

Womit wir bei der „Zugabe” der Produktion sind: den von Detlev Glanert orchestrierten Vier ernsten Gesängen des großen Dvorák-Förderers und -Freundes. Allein die Kombination beider Werke zeigt mir, daß die Verantwortlichen nicht einfach zwei CDs haben füllen wollen, und die musikalische Ausführung der fantasievoll-intelligenten Instrumentierung ist ebenso gelungen wie die Deutung der Texte durch den hier besonders überzeugenden Baßbariton Klaus Mertens.

Rasmus van Rijn [13.12.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Dvořák
1Requiem b-Moll op. 89
Johannes Brahms
2Vier ernste Gesänge op. 121 (nach Texten aus der Heiligen Schrift)

Interpreten der Einspielung

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