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CD-Besprechung

Warner Classics 2564 63236-2

1 CD • 70min • 2006

09.11.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Mit der hier vorgelegten Aufnahme der Sinfonien 4 und 7 von Aleksandr Glasunow hat José Serebrier praktisch die Halbzeit seiner Gesamtaufnahme der acht Sinfonien des Russen vorgelegt; nurmehr Nr. 1, 2, 3 und 6 fehlen noch – und vielleicht der von Gavril Yudin nach den Skizzen instrumentierte erste Satz der unvollendeten Sinfonie Nr. 9 d-Moll. Serebriers Interpretationen selbst sind wieder maßstäblich: Er kitzelt nie gehörte Nuancen aus den ohnehin viel zu lange im Repertoire vernachlässigten Sinfonien heraus, die alles mir Bekannte (die Einspielungen unter Fedosejew bei CPO und unter Anissimov bei Naxos) in den Schatten stellen. Serebriers Behandlung des Rubato in lyrischen Passagen insbesondere der Vierten läßt bereits an Rachmaninow denken und ist nicht weniger atmend und glutvoll wie in der legendären Gesamteinspielung von Rachmaninows Sinfonien unter Andre Previn für EMI in den Siebziger Jahren. Serebrier nimmt Glasunows Sinfonien so ernst und hat sich hörbar so gründlich vorbereitet, daß das vorgelegte interpretatorische Ergebnis vor allem eine Frage aufwirft: Warum haben sich nicht längst bekannte Pultstars mit einem Hang für russische Sinfonik (wie Maazel, Previn, Rostropowitsch, Jansons, Haitink, Ashkenazy oder Gergiev) dieser fantastischen Musik angenommen?

Bedauerlich ist hingegen einmal mehr die Leistung des Royal Scottish National Orchestra. Zwar ist das Spiel facettenreicher und differenzierter als beispielsweise das des Moscow Symphony Orchestra, das unter Anissimov für die Naxos-Aufnahmen verantwortlich zeichnet. Die Intonation der Bläser und streckenweise auch die Homogenität der ersten Violinen läßt jedoch arg zu wünschen übrig: Bei diesem Orchester sind es seit Jahren (so schon bei den nun mehr als zehn Jahre alten Bruckner-Einspielungen unter Georg Tinter) die Querflöten und die ersten beiden Trompeten, die vor allen in harmonisch avancierten Tutti den gesamten Holz- bzw. Blechbläsersatz instabil werden lassen – so auch hier: man höre beispielsweise nur die Coda des Finales der vierten Sinfonie (Tr. 3 ab ca. 11’20). In lauten Stellen neigt das gesamte Blech immer noch dazu, zu knallig und laut zu spielen. Die Wertung der künstlerischen Leistung mit einer 8 versteht sich als Durchschnitt aus einer 6 für das Orchesterspiel und einer 10 für die fantastische Arbeit von José Serebrier, dem man für seine weitere Karriere von Herzen mehr Aufmerksamkeit seitens der weltweit führenden Orchester wünscht.

Dr. Benjamin G. Cohrs [09.11.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Alexander Glasunow
1Sinfonie No. 4 E flat major op. 48
2Symphony No. 7 F major op. 77 (Pastoral)

Interpreten der Einspielung

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