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CD-Besprechung

Carl Schuricht

Beethoven

SWRmusic 93.142

1 CD • 73min • 1952, 1962

03.01.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 5
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Carl Schuricht (1880-1967) gehörte zu den prägenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Von 1912 bis 1944 Musikdirektor der Stadt Wiesbaden, dirigierte er seit den späten zwanziger Jahren auch die Berliner Philharmoniker und gastierte im europäischen Ausland und den USA. Nach dem Krieg wollte er sich nicht mehr fest an ein Orchester binden, sondern war ausschließlich Gastdirigent bei verschiedenen international angesehenen Orchestern. Außerdem war er regelmäßiger Gast der großen und bedeutenden deutschen Rundfunkorchester. Mit dem Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks (Radio-Sinfonieorchester Stuttgart), das er zum ersten Mal im November 1950 dirigierte, verband ihn eine fruchtbare, 16 Jahre währende Zusammenarbeit. Im März 1966, wenige Monate vor seinem Tod, stand er zum letzten Mal am Pult der Sinfoniker. Schuricht, der in Stuttgart regelmäßig zwei bis drei Abonnementskonzerte leitete und mit dem Orchester außerdem viele Werke aufnahm, genoß höchstes Ansehen bei den Musikern. Er verstand es „seine musikalische Intelligenz, sein Können, seine Vorstellung von einem Werk unmittelbar zu übertragen auf die Künstler, die mit ihm arbeiteten“, wie ein ehemaliger Musiker des Orchesters es formulierte.

Im Archiv des Südwestrundfunks Stuttgart lagern insgesamt 125 Tondokumente, die zugleich als ein interpretatorischer Nachlass dieses großen Dirigenten gelten dürfen. Dabei ist Schuricht der Interpret eines breiten Repertoires, nicht nur der Klassik und Romantik, sondern auch von Zeitgenossen, bekannteren wie unbekannteren. Der Südwestrundfunk und Hänssler Classic bringen nun eine Serie von Aufnahmen heraus, die zum einen Schurichts interpretatorischen Rang wie auch die so fruchtbare Zusammenarbeit mit den Stuttgartern belegen.

Beethovens neunte Sinfonie ist ohne Mystik oder falsche Weihe zu hören, sehr akzentuiert in den Tempi. Den orchestralen Ausbruch im dritten Satz nimmt Schuricht besonders markant. Exemplarisch ist dabei, wie viel Augenmerk der Dirigent auf Deutlichkeit des Beethovenschen Satzes, auf Motive, Themen und Gegenthemen legt.

Beethovens Coriolan-Ouvertüre ist in einer kraftvoll-dramatischen, teils furiosen Interpretation zu erleben.

Leider entspricht der Klarheit der Interpretation nicht die der Aufnahmetechnik. Der Klang ist zu flach, zu eng und zu mittenbetont. Die Bässe klingen oft sehr dumpf, das Blech hört sich topfig an. Bei Beethovens Neunter schwankt der Höreindruck zwischen engem Stereo und gespreiztem Mono. Nur die Coriolan-Ouvertüre von 1961 hat echtes Stereo und einen recht guten Klang.

Dr. Helge Grünewald [03.01.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 (mit Schlußchor über Verse aus Schillers "Ode an die Freude") 01:04:24
5Coriolan-Ouvertüre c-Moll op. 62 00:08:07

Interpreten der Einspielung

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