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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3618

Georg Friedrich Händel

* 23.02.1685 Halle
† 14.04.1759 London

Biographie Diskographie [148] Texte [5] Werke [589]

Text

Glück der Tüchtigen

Kammeroper Schloss Rheinsberg: Otto und Theophanu von G.F. Händel

Auch in diesem Jahr steht der Kammeroper Schloß Rheinsberg mit dem die Geschicke des Festivals zur Förderung junger Sänger umsichtig leitenden Komponisten Siegfried Matthus das Glück der Tüchtigen bei Auswahl und Resultat der Veranstaltungsprojekte zur Seite. Dabei scheute die Festspielleitung auch diesmal keine Wagnisse. Denn den Ottone – zu Händels Lebzeiten eine seiner erfolgreichsten Opern – ins Programm zu nehmen, war schon deshalb risikoreich, weil es ein individuell zugeschnittenes Primadonnenwerk ist, das allerhöchstes, nirgendwo leicht zu habendes Raffinement des Singens erfordert. Aber wer wagt, gewinnt.

Die Premiere der nunmehr unter dem Titel Otto und Theophanu präsentierten Oper ließ dank der fachkundig handverlesenen Nachwuchssänger weitgehend vergessen, welch enorme Anforderungen hier zu erfüllen sind. So konnte man denn auch die Zuversicht mit nach Hause nehmen, dass einem um den internationalen Sängernachwuchs nicht bange sein muß.

Die Regie lag in den Händen von Altmeister Harry Kupfer. Er hat ganz im Stile des Routiniers die frei erfundene Abenteuergeschichte um den altdeutschen Sachsenkaiser Otto II., den der Intrigant Adalberto und seine Mutter Gismonda um die Braut Theophanu bringen wollen, schnörkellos in Szene gesetzt. Auf Provokationen verzichtend, läßt er wieder einmal das Ganze als Bühnenprobe spielen und vermittelt mit diesem sattsam bekannten Theater im Theater im ohnehin überhitzten Raum, dass hier eher die Transpiration über die Inspiration obsiegt. Dazu paßt, dass auf der aus wellenartig gestalteten Schanzentischen bestehende Bühne von Hans Schavernoch eine überdimensionale Papphand mit erhobenem Zeigefinger stets dort postiert ist, wo es die vom Stück wohldosiert verabreichte Moral zur höheren Erkenntnis des Zuschauers offenbar notwendig erscheinen läßt.

Die jungen, in ihren Arien von jeglicher Personenregie zumeist schmählich allein gelassenen Sänger machten alles fröhlich mit. Die Partie des Otto war mit dem vibratoarm singenden Counter Andreas Taubert, der in Leipzig ausgbebildet wurde, vorzüglich besetzt. Er hat schon jene Zwischentöne und Steigerungsmöglichkeiten, um die sein österreichischer Gegenspieler Armin Gramer, der den Adalberto sang, mit seinem zerbrechlich wirkenden Countermaterial noch ringt. Mit glockenreiner Stimme und schöner Intonation überzeugte die erst 24jährige Russin Olga Peratyatko. Samtweiches Mezzomaterial von bestechender Schönheit ließen die Bulgarin Veselina Teneva als intrigierende Mutter Gismonda und die Polin Lilianna Zalesinska als ihre hin- und hergeworfene Schwiegertochter in spe Mathilda aufleuchten. Ihr köstlich gestaltetes Schwipsduett löste Begeisterungsstürme aus.

Das wegen der eigenwilligen Bühnengestaltung in den Seitentrakt verbannte Preußische Kammerorchester Prenzlau blieb unter dem mit Umsicht und Übersicht die Sänger sicher über alle Hürden tragenden Dirigenten Roger Boggasch unauffällig im Hintergrund.

Karl Klebe [26.7.2004]

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