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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3618

Georg Friedrich Händel

* 23.02.1685 Halle
† 14.04.1759 London

Biographie Diskographie [146] Texte [5] Werke [589]

Text

Erkennungsdienste für Händel

William Christie und Les Arts Florissants bei den Salzburger Festspielen 2000

Den Händelschen Messias kennt der auf Festlichkeit abonnierte Musikfreund längst als Unverzichtbarkeit des großen Repertoires. Aus dem reichen Fundus der übrigen Händel-Opern und -Oratorien konzentriert man sich auf die vokal-instrumentalen Highlights oder man spezialisiert sich – gewissermaßen für den Hausgebrauch – auf das inzwischen doch recht ansehnliche Plattenrepertoire. Umso überraschter ist man, wenn im Zuge einer musikgeschichtlich retrospektiven Veranstaltung ein als langatmig und dramatisch zahnlos verrufenes Stück wie Theodora vom ersten Ton an seidige, innige Pracht entfaltet. William Christie, diesem glühenden, in seinen Bewegungen so unnachgiebig eleganten Altphilologen des aktualisierten Barock-Verständnisses, gelingt es mit seinen fabelhaft hellhörigen Les Arts Florissants ein wundersam gewirktes Netz des musikalischen Für und Wider auszubreiten. Ein Netz insofern, als auch in Verbindung mit den 25 „florierenden“ Vokalisten eine Durchsichtigkeit des Klanges erzielt wird, wie sie Interpreten „moderner“ Prägung nie und nimmer erreichen (und wohl auch gar nicht für vorteilhaft halten).

Händels Theodora – neben dem Messias das einzige Oratorium christlichen Inhalts! – basiert in der Mehrzahl seiner Nummern auf ruhigen, defensiven Musikcharakteren. Larghetto- und Andante-Passagen von feinstem, fast schon impressionistischem Linienpastell geben den Ton an, nur gelegentlich fährt ein Solist wie etwa Paul Agnew als Septimus mit virtuosen Koloraturen dazwischen. Für das Martyrium von Theodora und Didymus mochte seinerzeit nur begrenztes Interesse bestehen, denn – so Jürg Stenzl im Programmheft – die Damen der Händel-Zeit hätten in der Verbindung von Märtyrer-Tod und Jungfräulichkeit nicht ihr Lebensziel gesehen. Dennoch: im reinen, sinnlichen, also durchaus nicht ganz unschuldigen Händel-Gesang scheint der Puritanismus überwunden. Sophie Daneman in der Titelpartie und Juliette Galstian (Irene) wechseln einander ab in geradezu schwelgerischer Beherrschtheit, kontrapunktiert von einem Herrentrio, von dem man sich nur eines wünschte: die tiefe Stimme – Neal Davies als Valens – hätte ein wenig mehr zu tun gehabt. Bewundernswert der zwar etwas linkisch agierende, aber um so gewandter singende, in der Tongebung völlig freie Countertenor Daniel Taylor (Didymus).

Hommage an Bach

Salzburg von Freitagabend bis zum Pfingstmontagmittag – das bedeutete im Bach-Jahr 2000 eine konstruktive, Punkt für Punkt ausgeklügelte Vorstellung der Matthäus-Passion von Bach mit englischen Spezialisten unter der Leitung von Trevor Pinnock und ein Gastspiel der Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti, die mit der h-Moll-Messe kurz zuvor schon den Papst erfreut hatten. Das ist natürlich eine andere aufführungspraktische Schiene als jene der sogenannten Fachleute, aber wer wird es einem Weltorchester verübeln, wenn es neben Bruckner und Tschaikowsky auch in der Bach-Pflege mitreden möchte. Schon wenige Stunden später waren es dann wieder William Christie und seine Les Arts Florissants: Händels Pastorale Acis und Galatea sorgte im schwer aufgeheizten Mozarteum für geistvolle Nettigkeit und darüberhinaus auch noch für Belüftung, denn wie erfrischende Winde kamen kühlende Streicherbrisen und laue Bläserwinde vom Podium.

Zum Finale dann noch ein Gastspiel der Kremerata Baltica – nur bedingt barock, in den grossen Zügen jugendlich-meisterlicher Übermittlung einer „Hommage à Yehudi Menuhin“ mit (kleinen) Musikerreferenzen auch von György Kurtág, Arvo Pärt und Giya Kancheli, im Zentrum aber mit zwei Konzerten von Bach, wobei sich die blutjunge Alina Pogostkin im Doppelkonzert (BMV 1043) als würdige, erfrischende Partnerin Kremers zeigte.

Peter Cossé [1.8.2000]

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