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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Felix Mendelssohn Bartholdy

* 03.02.1809 Hamburg
† 04.11.1847 Leipzig

Im November, dem Monat des Totengedenkens, ist auch der Sterbetag einer der bedeutendsten Musikpersönlichkeiten nicht nur des 19. Jahrhunderts: vor 170 Jahren, am 4. November 1847, starb in Leipzig Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von nur 38 Jahren. Geboren wurde er am 3. Februar 1809 in Hamburg in eine wohlhabende und gesellschaftlich höchst angesehene Bankiersfamilie. Größen wie Alexander von Humboldt, Friedrich Hegel, Heinrich Heine, E.T.A. Hoffman, Friedrich Schleiermacher gingen im Hause Mendelssohn ein und aus. Der jüdische Philosoph Moses Moscheles war sein Großvater. Sein Vater Abraham trat zum protestantischen Glauben über und nahm den Familiennamen Mendelssohn Bartholdy an. Felix zeigte früh auffallende musikalische Begabung und erregte zusammen mit seiner ebenfalls sehr begabten Schwester Fanny ein ähnliches Aufsehen wie Mozart mit seiner Schwester Nannerl. Bereits mit neun Jahren trat er öffentlich auf und komponierte auch regelmäßig seit seinem 11. Lebensjahr. Ab 1821 erhielt er Musikunterricht bei Carl Friedrich Zelter, dem damaligen Leiter der Berliner Singakademie. Dieser war mit Goethe befreundet und so kam es, dass Mendelssohn im selben Jahr vor Goethe spielte. Bereits mit 17 Jahren komponierte Mendelssohn sein erstes Meisterstück, die Ouvertüre zum Sommernachtstraum. Im Alter von 21 Jahren veranstaltete er eines der bedeutsamsten musikalischen Ereignisse des Jahrhunderts: die Wiederaufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Das Werk war zwar niemals völlig in Vergessenheit geraten, durch Mendelssohn erklang es aber zum ersten Mal nach dem Tod des Komponisten in einer annähernd werkgetreuen Aufführung. Eine anschließende ausgedehnte Europareise führte Mendelssohn nach England, Schottland und auf die Hebriden, was ihn zur Hebriden-Ouvertüre und zur Schottischen Sinfonie A-Moll op. 56 inspirierten. Eine Reise nach Italien 1830 und 1831 brachte die Italienische Sinfonie A-Dur op. 90 hervor. 1833 wurde Mendelssohn als Musikdirektor nach Düsseldorf berufen. Zuvor hatte er dort das Niederrheinische Musikfest geleitet und durch die Aufführung des Händel-Oratoriums Israel in Ägypten sich in ähnlicher Weise um die Händel-Renaissance verdient gemacht wie zuvor um Bach. 1835 wurde er musikalischer Leiter des Leipziger Gewandhauses und verhalf dem Orchester zu seinem bedeutenden Ruf. 1843 schließlich gründete Mendelssohn mit Gelehrten, Verlegern und Komponisten das Leipziger Konservatorium, an dem auch Robert Schumann unterrichtete. Es folgten weitere Konzertreisen in Europa, die ihn 1846 auch nach Birmingham führten, wo er die Erstaufführung seines Oratoriums Elias dirigierte. Mendelssohn war von Kindheit an körperlich zart und anfällig. Nach seiner Rückkehr war er am Rande der Erschöpfung und musste sein hohes Arbeitstempo stark drosseln. Im Mai 1847 starb seine geliebte Schwester Fanny. Zu ihrem Gedächtnis schrieb er eines seiner schönsten Werke, das Streichquartett in f-Moll op. 80. Der Verlust seiner Schwester hat ihn in seinem ohnehin angegriffenen Gesundheitszustand so sehr mitgenommen, dass er sich von diesem Schicksalsschlag nicht mehr erholte und selbst ein halbes Jahr später starb. Er starb im Kreise seiner Familie und im Beisein seines engen Freundes Ignaz Moscheles in seinem Haus in Leipzig.

Biographie Diskographie [161] Texte [2] Werke [272]

Biographie

3.2.1809
geboren in Hamburg
1811
Flucht der Familie nach Preußen
1814
erster Musikunterricht durch die Mutter
21.3.1816
Taufe in der Neuen Kirche Berlin
1819
Musikunterricht bei Carl Friedrich Zelter
1.10.1820
Eintritt in die Singakademie Berlin
1821
Erste Begegnung mit Goethe in Weimar
1825
Oktett Es-Dur op. 20
20.2.1827
Uraufführung der Sommernachtstraum-Ouvertüre op. 21 in Stettin
1827
Immatrikulation an der Universität Berlin
11.3.1829
Wiederaufführung der Matthäus-Passion von J.S. Bach durch Mendelssohn mehr als 100 Jahre nach der Uraufführung
1829
Streichquartett Es-Dur op. 12
1829
längere Reise nach England und Schottland
1830
zweijährige Reise nach Italien, in die Schweiz, nach Paris und London
15.11.1832
Uraufführung Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 (Reformation) in Berlin
13.5.1833
Uraufführung Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 (Italienische)
1833
Leitung des Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf
1.10.1833
Amtsantritt als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf
4.10.1835
erstes Konzert als Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses
11.2.1836
Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven im Gewandhaus Leipzig
22.5.1836
Uraufführung des Oratoriums Paulus in Düsseldorf
28.3.1837
Heirat mit Cécile Jeanrenaud in Frankfurt
7.2.1838
Geburt des Sohnes Karl
15.2.1838
Beginn der Leipziger Konzertreihe "Historische Konzerte"
21.3.1839
Uraufführung der Großen C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert durch Mendelsshon in Leipzig
2.10.1839
Geburt der Tochter Marie
26.6.1840
Uraufführung der Sinfonie-Kantate Lobgesang in Leipzig
6.8.1840
Orgelkonzert in der Thomaskirche zugunsten des Bach-Denkmals
18.1.1841
Geburt des Sohnes Paul
1841
Variations sérieuses d-Moll op. 54 für Klavier
3.3.1842
Uraufführung Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 (Schottische)
20.6.1842
Empfang bei Königin Victoria in London
2.2.1843
Uraufführung Die erste Walpurgisnacht in Leipzig
3.4.1843
Gründung und Eröffnung des ersten deutschen Konservatoriums durch Mendelssohn in Leipzig
13.4.1843
Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig
1.5.1843
Geburt des Sohnes Felix
14.10.1843
Uraufführung der Schauspielmusik zu Ein Sommernachtstraum op. 61 in Potsdam
25.11.1843
Übersiedlung nach Berlin, Leitung der Kirchenmusik am Dom
13.2.1845
Uraufführung Violinkonzert e-Moll op. 64 in Leipzig
13.8.1845
Rückkehr nach Leipzig
19.9.1845
Geburt der Tochter Lili
26.8.1846
Uraufführung des Oratoriums Elias in Birmingham
28.10.1847
erster Schlaganfall
4.11.1847
gestorben in Leipzig
7.11.1847
Beisetzung auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin

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