Kurt Masur: Biographie
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Kurt Masur

Dirigent

* 18.07.1927 in Brieg
† 19.12.2015 in Greenwich, Connecticut

Heute ist der 90. Geburtstag des deutschen Dirigenten der „Wende“ Kurt Masur. Als Dirigent war er 26 Jahre lang mit dem Leipziger Gewandhausorchester verbunden. Kurt Masur wurde am 18. Juli 1927 im schlesischen Brieg geboren. In Leipzig studierte er Dirigieren, er war Kapellmeister in Halle und Erfurt, musikalischer Oberleiter in Schwerin und an der Komischen Oper Berlin bei Walter Felsenstein und wechselte nach verschiedenen Engagements im Ausland als Chefdirigent zu den Dresdner Philharmonikern. 26 Jahre lang - von 1970 bis 1996 - wirkte er als Kapellmeister am Leipziger Gewandhaus. Er machte den Klangkörper auf mehr als 900 Tourneen auch im Ausland bekannt. Nicht nur als Musiker, sondern auch als engagierter Mensch fand er große Anerkennung, als er im Wende-Herbst 1989 half, zwischen demonstrierenden Bürgern und Staatsgewalt zu vermitteln. 1996 legte er sein Amt nieder, auch wegen der Spardiskussionen rund um die Kultur. Dass Musik die treibende Kraft seines Lebens ist, bewies er gleich nach seiner Nierentransplantation im Dezember 2001. Bereits zwei Monate später stand er wieder am Pult. In New York feierte Kurt Masur nach seinem Weggang aus Leipzig als Dirigent der Philharmoniker große Erfolge. Am 10. Oktober 2012 wurde öffentlich bekannt gegeben, dass Kurt Masur bereits seit einigen Jahren an der Parkinson-Krankheit leide. Nach mehreren Stürzen trat Masur nur noch selten auf; zuletzt dirigierte er im Rollstuhl sitzend. Am 19. Dezember 2015 starb Kurt Masur im Alter von 88 Jahren im amerikanischen Greenwich (Connecticut) im Krankenhaus. Nach einem öffentlichen Trauergottesdienst mit dem Thomanerchor und 28 Musikern des Gewandhausorchesters unter Leitung von Gotthold Schwarz in der Leipziger Thomaskirche wurde Kurt Masur am 14. Januar 2016 im engsten Familienkreis beigesetzt. Am 16. April 2016 fand ein Gedenkkonzert im Gewandhaus statt.

Biographie Diskographie [4]

Biographie

18.7.1927
geboren in Brieg (Schlesien). Nach einer Lehre als Elektriker besuchte er die Landesmusikschule in Breslau.
1946-1948
Studium von Klavier, Komposition und Dirigieren in Leipzig bei Kurt Soldan, Sigfrid Grundeis, Franz Langer und Fanz Weitzman.
1948-1951
Korrepititor und Kapellmeister am Theater von Halle. Dort leitet er die ersten Opernaufführungen.
1951-1953
Erster Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Erfurt.
1955-1958
Die erste hauptamtliche Stelle als Dirigent hatte Kurt Masur von 1955-1958 bei der Dresdner Philharmonie inne.
1958-1960
GMD am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.
1960-1964
Intendant Walter Felsenstein verpflichtet in als Chefdirigent an die Komische Oper Berlin.
1967-1972
Chefdirigent bei den Dresdner Philharmonikern.
1970-1996
Gewandhauskapellmeister in Leipzig.
1980/81
Gegen offizielle Widerstände stetzt Masur den Neubau des Gewandhauses an seinem jetzigen Platz durch. Der Platz war von der Parteispitze der DDR für den Neubau des "Audi max" der Universitiät vorgesehen.
1989
Während der Zeit der Massendemonstrationen in Leipzig unterschreibt Masur einen Aufruf, in dem zu beiderseitigem Gewaltverzicht zugunsten eines konstruktiven Dialoges aufgerufen wird.
1992
Ernennung zum Chefdirigenten der New Yorker Philharmoniker.
31.12.1996
Masur dirigiert das Silvesterkonzert - sein letztes als Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Nach dem Konzert wird er zum ersten Ehrendirigenten des Orchesters ernannt.
2002
Zum Abschluß seiner letzten Konzertsaison als Chefdirigent der New Yorker Phiharmoniker ist Kurt Masur auf Lebenszeit zum Musikdirektor des Orchesters ernannt worden. Er ist neben Leonard Bernstein der einzige Dirigent, der bisher diesen Ehrentitel erhielt. Am 18. Juli, seinem 75. Geburtstag, leitete Masur noch ein Konzert in New York, drei Tage später dirigierte er beim Sommerfestival von Tanglewood zum letzten Mal als Chefdirigent ein Konzert mit den New Yorker Philharmonikern. Im Herbst 2002 übernahm Masur die Leitung des Orchestre National de France und hat daneben weiterhin die Position als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra inne.
2004
Verleihung des "Westfälischen Friedenspreises 2004" für sein Engagement für den friedlichen Verlauf der Leipziger Monatsdemonstrationen im Jahre 1989. Anfang November 2004 verlängert Masur seinen Vertrag als Chefdirigent des Orchestre National de France bis 2008.
2007
Kurt Masur erhielt während der Kurt-Masur-Gala anlässlich seines bevorstehenden 80sten Geburtstages im Gewandhausam 16. Juni den Leipziger Mendelssohn-Preis, der damit erstmalig verliehen worden ist. Aus den Händen des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung nahm er den Preis, eine Mendelssohn-Statue des Bildhauers Jo Jastram, entgegen. Der Leipziger Mendelssohn-Preis wird künftig jährlich gemeinsam von der Stadt Leipzig und der Internationalen Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung vergeben. Kurt Masur, Ehrenbürger der Stadt Leipzig, wurde damit für sein Lebenswerk geehrt. Ein Vierteljahrhundert prägte er als Gewandhauskapellmeister das musikalische Leben in der Stadt und hat durch die Tourneen, die er zu DDR-Zeiten auch gegen politischen Widerstand durchsetzte, Leipzigs Ruf als Musikstadt international vertreten. Er pflegte und bewahrte den ganz eigenen Charakter des Gewandhausorchesters, der von Musikern und Orchestern in der ganzen Welt als „Gewandhausklang“ bezeichnet wird. Der Bau des neuen Gewandhauses, das 1981 eröffnet wurde, ist vor allem seinem Engagement zu verdanken. Darüber hinaus hat er zum friedlichen Verlauf der Montagsdemonstrationen 1989 beigetragen.
2008
Kurt Masur feiert sein 60-jähriges Bühnenjubiläum beim Beethovenfest Bonn und erhält den Furtwängler-Preis des Beethovenfestes Bonn.
2009
Kurt Masur leitet Dirigenten-Meisterkurs in Bonn.
2012
Nach einer Schulterverletzung im Mai muss Kurt Masur alle Konzerte absagen.
2013
Nach einem Sturz, der zu einer Hüftverletzung führte, muss Kurt Masur die Leitung einer geplanten Tournee mit den Dresdner Philharmonikern absagen. Michael Sanderling übernimmt die Konzerte. Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturpreis 2013.
2015
Am 19. Dezember stirbt Kurt Masur in Greenwich, Connecticut, USA im Alter von 88 Jahren.

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