Sergiu Celibidache: Biographie
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Sergiu Celibidache

* 11.07.1912 in Roman
† 14.08.1996 in Paris

Der 14. August 2016 ist der 20. Todestag des Dirigenten und langjährigen Leiters der Münchner Philharmoniker Sergiu Celibidache. Er wurde am 28. Juni 1912 in Roman bei Iaszi in Rumänien geboren. Zunächst studierte er Philosophie und Mathematik an der Universität in Bukarest, 1936 setzte er sein Studium in Berlin fort. Schwerpunkt seines Studiums war die Wellenmechanik, daneben studierte er aber auch Musik (u.a. bei Hugo Distler) und schrieb eine Dissertation über Josquin Desprez. Von 1939 bis 1945 ist er Student an der Berliner Musikhochschule. Nach Abschluss seines Studiums bietet sich ihm die Gelegenheit, als Dirigent bei den Berliner Philharmonikern einzuspringen, da der damalige Chef Wilhelm Furtwängler nach Kriegsende drei Jahre lang nicht öffentlich auftreten durfte. Nach dessen Rückkehr arbeitete Celibidache vor allem als Gastdirigent mit verschiedenen Orchestern. Als sich die Berliner Philharmoniker 1952 für Herbert von Karajan als Nachfolger Furtwänglers entschieden, kam es zum Bruch. Erst vierzig Jahre später, am 31. März 1992, dirigierte er auf Einladung des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker die Berliner Philharmoniker wieder. 1948 gab er sein Debüt in London und dirigierte ab 1959 regelmäßig das Rundfunkorchester Stuttgart. Häufig dirigiert er auch in Italien und hält 1960 bis 1962 an der Academia Musicale Chigiana in Siena Meisterkurse für junge Dirigenten ab, die bei den Studierenden äußerst begehrt sind. Von 1962 bis 1971 ist er Leiter des Symphonieorchesters von Stockholm, 1973 bis 1975 ist er erster ständiger Gastdirigent des Orchestre National de France. 1979 übernimmt er die Leitung der Münchner Philharmoniker, die er bis zu seinem Tod am 14. August 1996 innehat. Als „Antipode“ zu Herbert von Karajan lehnte Celibidache zeitlebens die Vermarktung von Musik per Schallplatte oder CD strikt ab, da „Musik keine Konserve ist, die man festhalten kann“. Konsequent lehnte er auch Aufnahmen bzw. deren Veröffentlichung ab, so dass die ersten CDs (Konzertmitschnitte) erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Er hatte weltweit eine große Fangemeinde, polarisierte jedoch wie kaum ein zweiter Dirigent. Celibidache wurde 1953 und 1988 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet, 1970 erhielt er den internationalen Léonie-Sonning-Musikpreis. Am 28. November 1954 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz für seine „Verdienste beim Wiederaufbau des Berliner Philharmonischen Orchesters nach dem Krieg“ verliehen und 1992 das Große Verdienstkreuz mit Stern. Im gleichen Jahr wurde Sergiu Celibidache Ehrenbürger der Stadt München.

Biographie Diskographie [13]

Biographie

1912
geboren am 11. Juli 1912 (nach dem damals in Rumänien gültigen Julianischen Kalender am 28. Juni) in Roman (Rumänien). Beginn des Studiums der Mathematik und Musik in Jassy.
1936
Fortsetzung seines Jassy (Rumänien) begonnenen Musikstudiums bei Heinz Tiessen und Walter Gmeindl in Berlin. Erste Auftritte als Dirigent von Hochschulensembles und -chören.
1945
Gewinner eines Dirigentenwettbewerbs in Berlin. Die Berliner Phlharmoniker laden den Hochbegabten 33jährigen Dirigenten zu einem ersten Konzert am 29. August ein, dem weitere Konzerte folgten.
1946
Die Berliner Philharmoniker wählen Celibidache zum Chefdirigenten bis zur Rückkehr von Wilhelm Furtwängler aus dem Schweizer Exil.
1948
Nach dem Debüt als Dirigent in London, erste Auslandsreisen und -tourneen.
1954
Beendigung der Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern, die Herbert von Karajan zum Chefdirigenten auf Lebenszeit wählen.
1960-1963
Chefdirigent der Königlichen Kapelle Kopenhagen.
1963-1971
Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Schwedischen Rundfunks in Stockholm.
1972-1977
Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart.
1979
Nachfolger von Rudolf Kempe als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. GMD der Stadt München.
1985
Dirigat des Eröffnungskonzerts der neu erbauten Philharmonie am Gasteig am 10. November in Anwesenheit des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.
1990
Konzertreise nach Rumänien und Benefizkonzerte nach dem Sturz des Diktators Nicolae Ceaucescu.
1992
80. Geburtag des Dirigent. Einladung zu einem Konzert mit den Berliner Philharmonikern. Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt München.
1996
Am 14. August stirbt Sergiu Celibidache in Paris. Seine sprichwörtliche Aversion gegen jede Vermarktung und kommerzielle Auswertung von Musik auf Tonträgern hat dazu geführt, dass es keine autorisierten Schallplatten mit ihm und den Orchestern, die er dirigiert hat, gibt. Sein Sohn gründet 1999 eine Stiftung und veröffentlicht ab 1997 bei EMI die Rundfunk- und Konzertmitschnitte des Dirigenten in einer großangelegten Celibidache-Edition. (Literatur Klaus Umbach: Celibidache - der andere Maestro, Piper-Verlag München 1995)

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