August Everding: Biographie
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August Everding

* 31.10.1928 in Bottrop
† 26.01.1999 in München

Seine Spitznamen „Cleverding“ oder „Everything“ sagen eigentlich alles aus über den Mann, der heute seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte: August Everding war ein „rastloser Tausendsassa“ für das Musiktheater und für kulturelle Belange generell. Speziell München verdankt ihm u.a. die Wiedereröffnung des Prinzregententheaters, die Bayerischen Theatertage und die Bayerische Theaterakademie zur Nachwuchsförderung. Mit Charme, Witz und Eloquenz wurde er zum bekanntesten und einflussreichsten Kulturverfechter Deutschlands, kämpfte gegen Subventionskürzungen und Theaterschließungen und organisierte ab 1989 die Integration der Ex-DDR-Theater und -Orchester in das gesamtdeutsche Theatersystem. August Everding war eine der kulturpolitisch einflussreichsten Theaterpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er am 31. Oktober 1928 in Bottrop als Sohn eines katholischen Organisten. Er studierte in Bonn und in München Philosophie, Germanistik, Theologie und Theaterwissenschaft und startete eine beispiellose Karriere als Regisseur und Intendant. Er begann 1953 als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen und wurde bereits 1955 Regisseur, 1959 Oberspielleiter, 1960 Schauspieldirektor und 1963 Intendant des Hauses. 1973 wechselte er für vier Jahre als Intendant an die Hamburgische Staatsoper und kehrte 1977 nach München zurück an die Bayerische Staatsoper. Gleichzeitig unterrichtete er als Professor an den Musikhochschulen in Hamburg (1973–1977) und München. 1982 wurde Everding schließlich Generalintendant der Bayerischen Staatstheater und führte ab 1993 den Titel Staatsintendant. Er war ferner Präsident des Deutschen Bühnenvereins (DBV) und betätigte sich darüber hinaus auch als Buchautor und Fernsehmoderator. Unter dem Titel Da Capo – August Everding im Gespräch mit … führte er von 1986 bis 1998 für 3sat Interviews mit zahlreichen bekannten Sängerinnen und Sängern wie Martha Mödl, Elisabeth Schwarzkopf, Anneliese Rothenberger, Peter Schreier oder Edda Moser. Seine Krebserkrankung konnte er vor der Öffentlichkeit verheimlichen und trat noch wenige Tage vor seinem Tod im Gartensaal des Prinzregententheaters bei einem Podiumsgespräch auf. Er erlag seinem Krebsleiden am 26. Januar 1999 im Alter von 70 Jahren. Auch 20 Jahre nach seinem Tod bleibt er unvergessen. Daher wollen wir August Everding zu seinem 90. Geburtstag posthum hochleben lassen!

Biographie

Biographie

31.10.1928
geboren in Bottrop als Sohn eines Probsteiorganisten. Er lernt als Jugendlicher Klavier, Orgel und Flöte. Nach dem Abitur studiert er Philosophie, Germanistik, Theologie und Theaterwissenschaften in Bonn und München.
1953
Regieassistent bei Helmut Käutner, Fritz Kortner, Hans Schweikart und Paul Verhoeven.
1955
Erste Regie an den Münchner Kammerspielen Peterchens Modfahrt von Gerdt von Bassewitz. Es folgen weitere Stücke von Wolfgang Borchert, G.B. Shaw, Wolfgang Hildesheimer und John Osborne.
ab 1959
Oberspielleiter an den Münchner Kammerspielen.
ab 1960
Stellvertretender Intendant an den Münchner Kammerspielen.
ab 1963
Intendant der Münchner Kammerspiele.
1965
Erste Opernregie mit Verdis La Traviata an der Bayerischen Staatsoper.
1967
Inszenierung von Wagners Tristan und Isolde in Wien.
1969
Inszenierung von Der fliegende Holländer bei den Bayreuther Festspielen.
1973
Everding wird Intendant an der Hamburgischen Staatsoper und Nachfolger von Rolf Liebermann.
1977
Rückkehr nach München als Intendant der Bayerischen Staatsoper.
1982-1993
Generalintendant der Bayerischen Staatstheater. In seiner Amtszeit engagiert er sich u.a. für die Wiedereröffnung des Prinzregententheaters und aktiviert Sponsoren und Spendengelder.
ab 1989
Präsident des Deutschen Bühnenvereins.
1993
Staatsintendant und Gründungspräsident der Bayerischen Theaterakademie (Dezember 1993).
1996
Nach etwa 125 Theater- und Operninszenierungen im In- und Ausland übernimmt er die Regie der konzertanten Aufführung von Tristan und Isolde zur Wiedereröffnung des Prinzregententheaters am 10. November 1996.
1997
Everding wird mit der künstlerischen Gesamtleitung des Deutschen Pavillons auf der Expo 2000 in Hannover betraut.
1999
August Everding stirbtam 26.1. im Alter von 70 Jahren in München.
Bücher von August Everding: "Mir ist die Ehre widerfahren" (München 1984) "Wenn für Romeo der letzte Vorhang fällt" (München 1993) "Zur Sache, wenn's beliebt" (München 1996)

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