Joan Sutherland: Biographie
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Joan Sutherland

Sopranistin

* 07.11.1926 in Pont Piper (Sydney)
† 10.10.2010 in Genf

Joan Sutherland, vor 90 Jahren am 7. November 1926 in Sydney geboren, wurde von ihren Bewunderern in aller Welt „La Stupenda“ – die Fabelhafte – genannt. Für Luciano Pavarotti war sie nichts weniger als „die Stimme des Jahrhunderts“. Sie galt als große Antipodin zur drei Jahre älteren Maria Callas. Ihre Ausbildung erhielt sie zunächst von ihrer Mutter und studierte anschließend bei John und Aida Dickens. 1951 ging sie nach London, um sich an der Royal Academy of Music zu perfektionieren. Bereits ein Jahr später debütierte sie am Londoner Opernhaus Covent Garden als Erste Dame in Mozarts Zauberflöte. Dort arbeitete sie mit ihrem späteren Mann, dem Dirigenten Richard Bonynge, der wie sie aus Australien stammte. Er entdeckte und formte das einzigartige Potenzial ihrer Stimme und machte sie zur „traumsicheren Bezwingerin der vokalen Stratosphäre. Unerreicht ist die Unfehlbarkeit und die Fantasie ihres Singens.“ (Die Welt) Es folgten weitere, kleinere Partien, darunter die Clothilde in Bellinis Norma an der Seite von Maria Callas. Der internationale Durchbruch erfolgte 1954, ebenfalls an der Covent Garden Opera, wo sie in der Donizetti-Oper Lucia di Lammermoor einen überragenden Erfolg feiern kann. Ihren Beinamen „La Stupenda“ erhielt Sutherland nach einer Alcina in Venedig. Als sie mit Lucia di Lammermoor an der New Yorker Met debütierte, wurde sie nach der Wahnsinnsarie mit zwölf Minuten Applaus gefeiert. Sie glänzte weltweit mit den großen Partien des Belcanto. Daneben beherrschte sie aber auch ein breit gespanntes Repertoire von Händel bis Meyerbeer und wirkte 1955 auch an der Uraufführung von Michael Tippets The Midsummer Marriage mit. 1954 heiratete sie Richard Bonynge, der fast alle ihre zahlreichen Konzerte, Tourneen und Tonträgeraufnahmen leitete. Eine intensive künstlerische Freundschaft pflegte sie mit Luciano Pavarotti und auch mit der Mezzosopranistin Marilyn Horne, mit der sie eine maßstabsetzende Einspielung von Bellinis Norma aufnahm. Sie gastierte an allen großen Opernhäusern in Europa, den USA, Australien und Japan und wurde 1979 von Queen Elizabeth II. zur „Dame of the British Empire“, der weiblichen Entsprechung des Titels „Sir“ ernannt. Ihren Bühnenabschied gab Joan Sutherland 1990 in Sidney in der Titelpartie der Meyerbeer-Oper Die Hugenotten. Sie starb kurz vor ihrem 84. Geburtstag am 10. Oktober 2010 in ihrem Haus in der Nähe von Genf. Ihr künstlerisches Vermächtnis ist auf mehr als 80 Tonträgeraufnahmen (Decca) dokumentiert.

Biographie Diskographie [1]

Biographie

1926
geboren in Point Piper bei Sydney, Australien. Erster Gesangsunterricht bei der Mutter, einer Mezzosorpanistin. Später Unterricht in Sydney bei John und Aida Dickens, damals ist sie noch Mezzosopran.
1947
Debüt in Sydney als Dido in Purcells Oper "Dido and Aeneas, Gewinn des "Mobil Quest 1950", der es ihr ermöglicht, ihre Studien in London fortzusetzen.
1951
Studium an der Londoner Royal Academy of Music bei Clive Carey.
1952
Debüt an der Londoner Covent Garden als Erste Dame in Mozarts Zauberflöte.
1953
Als Clothilde Partnerin von Maria Callas in Bellinis "Norma". Sie singt in der Folge Partien wie Aida, Amelia (Un ballo in maschera), Agathe (Der Freischütz) und Eva (Die Meistersinger).
1954
Am 16. Oktober 1954 heiratet sie den Pianisten und Dirigenten Richard Bonynge, der ihr rät, Belcanto-Pariten zu studieren. Mit ihm am Pult nimmt sie alle ihre Schallplatten bei Decca auf.
1958-1959
Studium von Belcanto-Partien wie Lucia di Lammermoor, La Sonnambula, La traviata.
1959
Debüt an der Wiener Staatsoper und an der Hamburgischen Staatsoper.
1960
Debüt am Teatro La Fenice mit Händels "Alcina", weitere Gastspiele in Genua, Palermo und Venedig.
1961
Triumphale Erfolge an der Mailänder Scala als Beatrice di Tenda (Bellini) und Lucia di Lammermoor (Donizetti). Im gleichen Jahr Met-Debüt als Lucia di Lammermoor. Ab dieser Zeit gilt sie als eine der bedeutendsten Sopranistinnen ihrer Zeit.
1963
Am 17. Oktober singt Joan Sutherland erstmals die Titelrolle in Bellinis Norma, eine Partie, die für Jahre ihre Glanzrolle wird, Marilyn Horne ist die Adalgisa, Luciano Pavarotti der Römer Sever.
1966
Rollendebüt als Marie in Donizettis "La Fille du Régiment" am 2. Juni 1966.
1973
Rollendebüt als Rosalinde in Johann Strauss "Die Fledermaus" am 8.9.1973.
1976
Rollendebüt als Hanna Glavari in "Die lustige Witwe" von Lehár.
1979
Verleihung des Titels "Dame" durch Königin Elizabeth II.
1990
Letzte Bühnenrolle an der Oper von Sydney: Marguertie von Valois in Meyerbeers "Die Hugenotten".
1990/91
Abschied von der Bühne in der Silvestervorstellung von "Die Fledermaus" an der Londoner Covent Garden Opera im 2. Akt als "Gast" beim Fest des Prinzen Orlofsky.
1998
Der damlige Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, erklärt den 6. May 1998 zum "Dame Joan Sutherland Day" in New York. Die Sängerin hat ihre Memoiren geschrieben und gehört heute zur Jury von diversen Sänger-Wettbewerben, u.a. dem Cardiff Singer of the World Competition an.
2010
Tod der Sängerin am 10. Oktober 2010 in ihrem Haus in der Nähe von Genf. Ihr großes künstlerische Vermächtnis ist in über 80 Tonträgeraufnahmen dokumentiert.

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