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Perkussives Leuchtfeuer

Finale im Fach Schlagzeug beim ARD-Musikwettbewerb

Kai Strobel erhielt den 1. Preis im Fach Schlagzeug

Kai Strobel erhielt den 1. Preis im Fach Schlagzeug
Foto: BR / Daniel Delang

Gestern nachmittag stellten sich die drei Finalisten im Fach Schlagzeug den hohen Anforderungen der Aufführung eines Konzerts für ihr Instrumentarium. Engagiert begleitet vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung der Dirigentin Eun Sun Kim kamen zwei Highlights des Repertoires zur Aufführung.

Der 1997 geborene Franzose Aurélien Gignoux eröffnete das Finale mit Ferran Cruixents 2008 für Peter Sadlo komponiertem Konzert Focs d'artifici und entfachte das bereits im Titel des Werks anklingende perkussive Feuerwerk auf atemberaubende Weise. Rhythmisch präzise, agil und geschmeidig wie eine Raubkatze agierte er in seinem umfangreichen Instrumentarium und brachte das effektvolle Werk zum Leuchten. Aufgrund der enormen Anforderungen aller zur Auswahl stehenden Konzerte war es den Finalisten erlaubt, die Noten einzusehen. Die vielfältigen Klangschattierungen und Klangballungen, die Rasanz und Präzision der Performance von Aurélien Gignoux waren ein Erlebnis, das vom Publikum mit stürmischem Beifall gefeiert wurde.

Nach einer Umbaupause führte Weiqi Bai (Jg. 1996) aus China Avner Dormans 2007 uraufgeführtes Konzert Frozen in Time mitreißend eloquent und leidenschaftlich auf. Das vielgestaltige Werk hat seit seiner Entstehung einen Siegeszug durch die Konzertsäle der Welt angetreten und ist ein Glanzpunkt des Repertoires geworden. Weiqi Bai hatte den langen Atem dafür, die rhythmische Dominanz und auch in den lyrischen Klanginseln Maß und Mitte.

Mit Kai Strobel (Jg. 1992) betrat der letzte Finalist die Bühne und führte ebenfalls das Dorman-Konzert auf. Er hatte bereits im Semifinale eine beeindruckende Version der Rebonds A & B von Iannis Xenakis auf die Bühne gestellt und damit die Erwartungen entsprechend gesteigert. Als Typus ist Kai Strobel vielleicht etwas weniger expressiv in seinem Spiel als Weiqi Bai, verfügt aber über eine staunenswerte Schlagzeugtechnik, ein untrügliches rhythmisches Gespür und eine faszinierende Ausdrucksintensität - seine Leistung wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

Die Jury mit dem Vorsitzenden Robert van Sice (USA) kam zu folgender Wertung: Der erste Preis ging an Kai Strobel, der auch den Publikumspreis erhielt, den zweiten Preis sowie den Preis für die beste Interpretation des Auftragswerks Klangsäulen für Schlagzeug solo von Younghi Pagh-Paan erhielt Aurélien Gignoux und der dritte Preis ging an Weiqi Bai.

Marie-Luise v. Schuckmann [16.9.2019]

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