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Deutsche Staatsoper Unter den Linden Berlin

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Unter Den Linden 7
D 10117 Berlin
Berlin
Tel.:030 - 20 35 45 55
Fax:030 - 20 35 44 83
eMail → tickets@staatsoper-berlin.de
Homepage: → www.staatsoper-berlin.de
Ticketinfo:Telefonischer Kartenservice:
Mo - Fr 10 - 20 Uhr
Sa, So + Feiertag 14 - 20 Uhr
Spielstätten: Apollo-Saal
Deutsche Staatsoper Berlin
Magazin

Geschichte

Die Deutsche Staatsoper Unter den Linden wurde 1741 bis 1743 von Georg Wenzeslaus v. Knobelsdorff erbaut und ist damit Berlins ältester Theaterbau. Eröffnet wurde das zu den schönsten Opernhäuser der Welt zählende Haus – in noch unfertigem Zustand – am 7. Dezember 1742 mit Carl Heinrich Grauns Cleopatra e Cesare. Mit der Errichtung des Opernhauses Unter den Linden verfolgte Friedrich der Große ein anspruchsvolles Ziel: sein „entzückendes Zauberschloß“, wie er die damalige Hofoper nannte, sollte den Grundstein bilden für die preußische Kulturmetropole. Bis 1801 war das Haus ausschließlich dem Hofe und seinen geladenen Gästen vorbehalten, erst nach 1811 öffnete es sich als Teil der Königlichen Schauspiele endgültig auch dem Berliner Bürgertum und der deutschen Oper. Nachdem in der Mitte des 19. Jahrhunderts mehr internationale Gesangsstars als internationales Niveau das Haus prägten, legten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Dirigentenpersönlichkeiten wie etwa Joseph Sucher, Felix von Weingartner und Karl Muck, später auch Richard Strauss und Leo Blech den Grundstein für die internationale Anerkennung des Hauses.

Nach dem Ende des Wilhelminischen Kaiserreiches 1918 widmete sich die Lindenoper verstärkt den zeitgenössischen Komponisten und schrieb 1925 mit der Uraufführung von Bergs Wozzeck Operngeschichte. Eine jähe Unterbrechung dieser progressiven künstlerischen Ausrichtung erfuhr das Haus durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Viele profilierte Künstler, wie die Dirigenten Erich Kleiber, Otto Klemperer und Leo Blech, gingen ins Exil. Im Zweiten Weltkrieg wurde das von Knobelsdorff erbaute Opernhaus zum ersten Mal 1941 durch Bomben zerstört, rasch wieder aufgebaut, dann 1944 durch Goebbels’, „Totalen Krieg“ für öffentliche Opernaufführungen geschlossen und 1945 ein zweites Mal zerstört.

Nach Kriegsende fand sich das Ensemble rasch wieder zusammen und erhielt den vom Krieg fast verschonten Admiralspalast als Spielstätte. Dem Einsatz des aus dem Exil nach Europa zurückgekehrten Erich Kleiber ist es zu danken, daß das schöne Haus Unter den Linden von 1952 bis 1955 unter der Leitung des Architekten Richard Paulick originalnahe wieder aufgebaut wurde. Am 4. September 1955 konnte es unter der musikalischen Leitung von Franz Konwitschny und der Regie des Intendanten Max Burghardt mit Wagners Meistersinger von Nürnberg wiedereröffnet werden.

Künstlerisches Profil

Aus dem Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Innovation bezieht die Deutsche Staatsoper Berlin in der fortwährenden Auseinandersetzung mit dem Opernschaffen aus vier Jahrhunderten immer neue Impulse. Einen Schwerpunkt der Arbeit des Opernhauses bildet – neben den zentralen Werken der europäischen Musiktheatertradition – die Erarbeitung von Opern der Vor-Mozart-Zeit unter Einbeziehung der Erkenntnisse über historische Aufführungspraxis und in zeitgemäßen Inszenierungen. Anknüpfend an die innovativen Entwicklungen in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts bildet die Beschäftigung mit der „klassischen Moderne“ einen wesentlichen Punkt der Spielplandramaturgie, die über die repräsentativen Werke des 20. Jahrhunderts einen Bogen zu spannen versucht hin zur Erprobung der Möglichkeiten zeitgenössischer Oper durch Uraufführungen. Grundprinzip der Arbeit der Staatsoper Unter den Linden unter der künstlerischen Leitung von Daniel Barenboim ist die gleichrangige Behandlung der im Gesamtkunstwerk Oper zusammenwirkenden Künste. Das Serienprinzip, das die Struktur des Spielplans bestimmt, ermöglicht, die einzelnen Produktionen mit festen Besetzungen (Produktionsensembles aus Gästen und Solisten aus dem jungen Sängerensemble) in zusammenhängenden Zeiträumen zu spielen, ohne auf einen abwechslungsreichen Spielplan verzichten zu müssen.

Berlin und Mozart

Wenngleich Berlin keine Mozart-Stadt ist, wie etwa Salzburg oder Wien, so fand in Berlin doch stets eine mehr oder weniger fruchtbare Auseinandersetzung mit dem Werk Mozarts statt. Schon früh spielten Mozarts Werke im aufkeimenden Musikleben der Stadt eine Rolle. Auch die Hofoper widmete sich dem Werk Mozarts. Legendär ist die von Bühl und Schinkel realisierte Inszenierung der Zauberflöte von 1816. Gasparo Spontini, dem ersten preußischen Generalmusikdirektor, galt Mozarts Don Giovanni als Gipfelpunkt des Musikalischen Theaters. Sein Nachfolger, Giacomo Meyerbeer, spielte die damals wenig gegebene Oper Così fan tutte und restituierte in Don Giovanni die originalen Rezitative.

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Entschleunigte Feinfühligkeit, forsche Damenpranke

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Noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzertierte der aus dem galizischen Lemberg stammende Pianist Stefan Askenase reglemäßig in den europäischen Konzertsälen. Das ältere Publikum hatte den Chopin-Interpreten gleichsam abonniert, bei den Jüngeren und im abgehobenen Kreis des deutschsprachigen Kritikernachwuchses galt der zierliche belgisch-polnische Theodor Pollak- und Emil von Sauer Schüler als Vertreter einer konservativen Handhabe, als ein leibhaftiges Fossil vergangener Chopin-Stilistik.

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