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Theater Nordhausen

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Käthe-Kollwitz-Str. 15
D 99734 Nordhausen
Thüringen
Tel.:03631 / 983452
Fax:03632 / 788111
eMail
Homepage: → www.theater-nordhausen.de
Ticketinfo:
Spielstätten:

Geschichte

Wenngleich das Theater in Nordhausen erst 1917 erbaut wurde, so finden sich doch bereits 1583 erste schriftliche Hinweise auf ein reges, allerdings nicht von wandernden Schauspieltruppen, sondern von den Bürgern der Stadt initiiertes Theaterleben. Bis etwa 1700 war dieses allerdings auf den Marktplatz, die Kirchen und die Aula des Gymnasiums beschränkt. Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gestalteten dann doch mehr und mehr wandernde Schauspieltruppen das Theaterleben mit, so daß die Bürger Nordhausens 1789 erstmals Schillers Räuber und schließlich 1807 Mozarts Zauberflöte in einer professionellen Aufführung zu sehen bekamen. Die Bühne befand sich in der Barfüßerstraße 6, wurde im Volksmund „Flohburg“ genannt und war eine Scheune des Gasthofs „König von Preußen“. Ab 1815 fanden die Aufführungen im Eyl’schen Saale statt, was jedoch mehr eine Notlösung war, bis die Kaufmannsfamilie Kettembeil 1817 in der Rautenstraße 46 ein Theater errichten ließ. In dem großzügig angelegten Fachwerkbau fanden 500-600 Zuschauer Platz. Seit 1843 hieß das Theater dann „Schreibersches Theater“, da die Kettembeils es an die Familie Schreiber verkauften. Man spielte vor allem die Dramen Friedrich Schillers, Webers Freischütz und Werke von Kotzebue und Iffland. Nach einem Umbau im Jahre 1851 wurde das Theater 1881 mit einer Aufführung von Beethovens Fidelio geschlossen, da es den polizeilichen Vorschriften nicht mehr genügte.

Doch seit 1852 hatte im Gehege bereits ein Sommertheater bestanden, und 1869 hatte der Schirmfabrikant Burghardt ein Tivoli-Theater in einem Garten parallel zur Stadtmauer, in der Nähe der Baltzerstraße, erbauen lassen. Es wurden hier Schauspielergesellschaften engagiert, die in Nordhausen Gastspiele gaben. Alsbald stellten sich Finanznöte ein. Als absehbar wurde, daß das finanzielle Defizit nicht mehr aufzufangen war, nahm sich der amtierende Intendant Hoffmann sogar das Leben. 1911 kaufte die Stadt das Tivoli-Theater für 121.000 Mark. Da sich der Umbau und die fälligen Renovierungskosten als zu hoch herausstellten, plädierte ein Teil der Stadtverordneten, darunter auch Wilhelm Nebelung, für einen Theaterneubau. Am 14. Dezember 1912 wurde der endgültige Beschluß gefaßt, daß das Tivoli-Theater abgerissen und an der gleichen Stelle ein neues Theater errichtet werden sollte. Die Bauarbeiten für das Stadttheater begannen zu Anfang des Jahres 1913, der Rohbau war 1914 beendet, als der Ausbruch des Ersten Weltkriegs die weiteren Bau- und Planungsarbeiten der Theaterschaffenden eine jähe Unterbrechung bescherte. Trotz des Krieges setzte man die Arbeit aber fort. Die ursprünglich am Bau beteiligten Architekten, Stadtbaurat Geißler und Dipl.-Ing. Nerlich, konnten ihre Arbeit am Bau nicht fortsetzen, da sie eingezogen wurden. Regierungsbaumeister Onneken und Architekt Ricken führten das Werk schließlich zu Ende.

Die politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg hinterließen auch am Theater Nordhausen ihre Spuren. Der Spielplan dieser Zeit verzeichnet einen Rückgang der ernsten Oper und eine Zunahme der Operettenpremieren. Auch der Anteil ausländischer Autoren ging rasant zurück. Im letzten Kriegsjahr schloß das Theater Nordhausen seine Pforten und entließ seine Mitglieder. Das Gebäude, vor dem man Luftschutzeinrichtungen installierte, wurde zur Zufluchtstätte für ausgebombte Mitbürger Nordhausens. Doch ab dem 4. April 1945 war auch dies nicht mehr möglich, denn das Theater hatte selbst einen schweren Bombentreffer erlitten.

Nach dem Kriegsende kam die sowjetische Besatzung. Man begann in den Räumen der ehelamligen „Harmonie“, dem heutigen Jugendclubhaus, zu spielen und machte sich an den Neuaufbau. Viele Handwerker erklärten sich zu unentgeltlichen Arbeiten bereit und zahlreiche Sachspenden halfen mit, daß das Haus bald wieder eröffnet werden konnte. 1946 wurde das Theater wiederum städtisch, und Otto Roland, der zuletzt Oberspielleiter in Weimar war, wurde Intendant. Am 15. Oktober 1949 konnte das Haus mit Mozarts Le nozze di Figaro wiedereröffnet werden.

Die Gründung der DDR hatte auf den Spielplan des Theaters Nordhausen sichtbaren Einfluß. So wurden vor allem sowjetische Autoren gespielt und Bertolt Brecht. Albrecht Delling, der 1954 Intendant wurde, etablierte das Ballett in Nordhausen.

1984 wurde das Haus einer komplexen Renovierung unterzogen. Der Spielbetrieb des Großen Hauses wurde in das Kreiskulturhaus mit entsprechendem Spielplan verlegt. Das Theater blieb aufgrund dieser Maßnahmen für neun Monate geschlossen. Die Erneuerung umfaßte den Außenanstrich, den Anschluß an die Fernwärme, die sanitären Anlagen sowie die Be- und Entlüftungsanlagen, die große Eingangstreppe wurde abgerissen und neu aufgebaut und der Aufgang für Rollstuhlfahrer installiert. Auch eine neue Bestuhlung bekam das Haus. Nach der politischen Wende 1989 verzichtete Intendant Mühlhaus freiwillig auf sein Amt und übergab seinem damaligen Chefdramaturgen Hubert Kross jr. die Leitung des Hauses. Mit Hilfe der Stadt Nordhausen konnten erneut großzügige Umbaumaßnahmen am Theater vorgenommen werden. Eine neue Beleuchtungsanlage wurde installiert, auch die Tonanlage entspricht heute den Anforderungen eines Aufnahmestudios. Teile der Bühnenmaschinerie wurden erneuert und die Bühne erhielt einen neuen Bühnenfußboden.

Kross setzte sich für den Ausbau des Musicals und des Balletts ein. Zusammen mit seinem geschäftsführenden Direktor Michael Schindhelm entschied sich Kross 1991 für die Organisationsform der GmbH. Das Loh-Orchester im rund 30 km entfernt gelegenen Sondershausen ging 1992 mit dem Theater Nordhausen eine Fusion ein. Die beiden Orchester kannten sich schon von gegenseitigen Aushilfen. Seit 1990 veranstaltete auch das Theaterorchester Sinfoniekonzerte, was über lange Zeit nur dem Loh-Orchester vorbehalten war. Durch die Fusion beider Orchester wurde ein großes Orchester geschaffen, das dadurch erhalten werden konnte und in eine höhere Qualitäts- und Besoldungsstufe kam. Seit 1992 ist das Theater Sitz der Theater Nordhausen/ Loh-Orchester GmbH. Seit 1994 ist Christoph Nix Intendant des Theaters Nordhausen.

(Quelle: Astrid Scheimler: Drei Theaterwunder, in: 80 Jahre Theater Nordhausen, hrsg. von Theater Nordhausen/ Loh-Orchester GmbH – Astrid Schweimler, Christoph Nix –, Bad Lauterbach 1997)

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