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Theater Trier

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Am Augustinerhof
D 54290 Trier
Rheinland-Pfalz
Tel.:0651 / 718-1818
Fax:
eMail → theater@trier.de
Homepage: → www.theater-trier.de
Ticketinfo:Telefonische Vorbestellungen:
Di.-Fr. 9.00 - 13.00 und 16.30 - 19.30 Uhr
Sa. 10.00 - 12.30 und 18.30 - 19.00 Uhr
So. 11.00 - 12.30 und 18.30 - 19.00 Uhr
Mo. Theaterkasse geschlossen
Spielstätten: Theater Trier

Geschichte

Obwohl sich in Trier bereits zur kurfürstlichen Zeit, also im Zeitalter der „Aufklärung“, einige Institutionen etabliert hatten, die sich mit den Wissenschaften und den schönen Künsten auseinandersetzten, gab es bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts kein festes Theater in der Stadt. Lediglich Wanderbühnen gaben im Krämeramtshaus gelegentlich Theatervorstellungen. Allgemein gilt das Jahr 1802 als die Geburtsstunde des Trierer Theaters, als nämlich der französische Präfekt nach dem Einmarsch der Franzosen in die Stadt (im Jahr 1794) den Abschluß des Vertrages zwischen der Domänenverwaltung und dem Gastwirt Schaak jun. genehmigte, in der ehemaligen Kirche des Kapuzinerklosters einen Theater- und Ballsaal einzurichten. Per Dekret übergab Napoleon 1804 das Kapuzinerkloster zur Errichtung eines Theater an die Stadt Trier. Das Theater wurde an sogenannte Direktoren verpachtet. Nicht weniger als drei von ihnen machten sich teils mit, teils ohne Kasse aus dem Staub, wie in der Trierer Presse aus der Zeit nachzulesen ist.

1815 schließlich kam Trier zum Königreich Preußen. Im Zuge der Bemühungen seitens des Stadtrates, das Ansehen der Bezirkshauptstadt zu heben, wurde ein weiterer Ausbau des Theaters in Angriff genommen, der bis 1818 dauerte. Schon zur damaligen Zeit tat sich die Stadt mit der Finanzierung des Theaters schwer, und so unterstützte die Regierung die Baumaßnahmen mit kostenlosen Bauholzlieferungen und gewährte darüber hinaus Steuererleichterungen. 1816 wurde die „Gesellschaft für die Verwaltung des Theaters zu Trier“ als Aktiengesellschaft gegründet. Aus Geldnot wandte sich die Theatergesellschaft an den König und bat um finanzielle Unterstützung. Von 1827 bis 1829 blieb das Theater geschlossen, bald aber wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Doch ehe 1856 ein verfassungsgerechter Ratsausschuß gegründet werden konnte, wurde das Haus aus finanziellen Gründen noch mehrfach geschlossen.

Trotz mehrmals durchgeführter Renovierungsmaßnahmen mußte das Theater 1863 wegen seines schlechten Bauzustandes den Spielbetrieb einstellen. Eine neue Ära brach für das Theater in Trier mit der Gründung der „Theaterbaugesellschaft“ und dem für seine Zeit großzügigen Neubau im Komplex des ehemaligen Kapuzinerklosters am Viehmarkt an. Am 17. September 1865 konnte man das neu erbaute Theater mit Schillers Räuber eröffnen. 1904 wurden im Theater schließlich elektrische Lampen installiert, nicht zuletzt, um damit für die Elektrifizierung der Trierer Bürgerhäuser zu werben. Zu der Zeit konnte sich das Theater Trier ohne staatliche Zuschüsse und ausschließlich durch die Unterstützung der Bürgerschaft wie der Tatkraft des Stadtrates zu einer Institution von beachtlichem Ruf entwickeln. Einen künstlerischen Höhepunkt erreichte das Stadttheater Trier in den 15 Jahren der Amtszeit des Kapellmeisters Heinz Tietjen, des „großen Mannes des deutschen Theaters“, den man 1907/08 mit der Leitung des Stadttheaters Trier betraute. 1919 wurde das Theater dann endgültig von der Stadt übernommen. Trotz der mißlichen finanziellen Lage konnte sich ein aus Berufsmusikern bestehendes Orchester sowie ein Dreispartentheater etablieren.

Es brachen aber wechselvolle Jahre für das Theater in Trier an. 1922 war wieder von Schließung die Rede und die Spielzeit 1932/33 überstand das Haus ohne Intendant und festes Ensemble nur mit Gastspielen. Alliierte Bomber legten am 23. Dezember 1945 das den Trierern mittlerweile liebgewordene Theater in Schutt und Asche.

Kurz nach Kriegsende, am 6. Oktober 1945 nahm das Theater Trier im kleinen Treveris-Saal den Spielbetrieb wieder auf. Im April 1946 konnte bereits im großen Treveris-Saal eine Operette, Der Vetter aus Dingsda, aufgeführt werden. Die Saison 1946/47 bestritt bereits ein Dreispartentheater mit Beethovens Fidelio als Eröffnungsoper.

Trotz zahlreicher erneut auftretender finanzieller Probleme beschloß 1950 der Stadtrat, das Theater weiterzuführen. In der gleichen Spielzeit wurde im Bischof-Korum-Haus eine neue Spielstätte bezogen. 1952/53 eröffnete das Theater dort die Jubiläumsspielzeit zum 150jährigen Bestehen des Theaters mit einem Festakt, Sommerfestspielen im Brunnenhof und Theaterwochen

1959 entschloß sich der Stadtrat zum Neubau eines Theaters und entschied sich für ein Gelände bei den Kaiserthermen. Die Planung des neuen Hauses wurde an Prof. Gerhard Graubner (Hannover) übergeben. Die gesetzte Kostengrenze von 5 Millionen Mark wurde um drei Millionen Mark überschritten. Bei den Ausschachtungsarbeiten an der Weberbach stieß man allerdings auf bedeutende archäologische Funde, so daß man sich für den Bau des Theaters am Augustinerhof entschied. Der erste Spatenstich erfolgte 1961, die Gundsteinlegung 1962. Mit einem Festakt wurde das neue Theater am 27. September 1964 eingeweiht.

(Quelle: Rudolf M. Gall: Kleine Geschichte des Trierer Theaters)

Spielplan voller Juwelen

Mit Beginn seiner Amtszeit als Intendant des Theaters Trier erregte Heinz Lukas-Kindermann 1995/96 mit der Einführung inhaltlich bestimmter Reihen im Spielplan Aufsehen. Neben dem klassischen Repertoire von Oper und Operette wurden als Schwerpunkte des Musiktheaters die Reihen „Unbekannte Opern“ und eine Serie von Uraufführungen etabliert. Den Anfang machte die Wiederentdeckung von Alexander Zemlinskys Erstlingswerk Sarema, die Rose vom Kaukasus, eine Oper, die seit ihrer Uraufführung nicht mehr auf dem Spielplan zu finden war. Diese Wiederentdeckung wurde auf CD festgehalten. Es folgten Karl Goldmarks große Oper Merlin, Manfred Gurlitts Soldaten nach Jakob Michael Reinhold Lenz sowie Erich Wolfgang Korngolds Oper Die Kathrin, die seit 1950 nicht mehr aufgeführt worden war und Frederick Delius’ Koanga, das 1903 am Stadttheater Eberfeld (heute Wuppertal) seine Uraufführung erlebte.

In der Spielzeit 1996/97 gab es neben den Wiederentdeckungen auch eine Novität: die Uraufführung der Oper Die Glasmenagerie des in Norwegen lebenden Italieners Antonio Bibalo sowie Grünauers Triologie der Sommerfrische, inspiriert von Carlo Goldonis gleichnamigen Werk. Nach Grigori Frids Kammeroper Das Tagebuch der Anne Frank, die das Theater Trier in einer neuen Version für reduziertes Orchester vorstellte, wurde im November als Fortsetzung dieser Reihe mit der Kammeroper Ein Bericht für eine Akademie des Tschechen Jan Klusák nach Franz Kafkas Erzählung als deutsche Erstaufführung herausgebracht.

Die Neuinszenierung von Mozarts Don Giovanni, mit der das Theater Trier in die neue Spielzeit startete, ist zugleich der Beginn eines Mozart-Zyklus’, im Verlaufe dessen in den nächsten Spielzeiten Die Zauberflöte, Die Entführung aus dem Serail, Die Hochzeit des Figaro sowie Così fan tutte auf der Trierer Bühne zu sehen sein werden.

Unbekannte Opern in Trier

Im Dezember wird es in der Reihe „Unbekannte Opern“ einen Doppelabend geben, eine Kopplung „Frankreich-England“ sozusagen: Jacques Iberts Opernerstling Perseus und Andromeda, 1921 komponiert und seit mehr als 50 Jahren auf keiner deutschen Bühne mehr zu sehen, das mit Frederick Delius’ Margot La Rouge kombiniert wird. Der Mythos von Andromeda, die zur Strafe für den Hochmut ihrer Mutter auf einem Felsen ausgesetzt wurde und eigentlich nur noch auf ihren Tod wartet, den ein von den olympischen Göttern beauftragtes Ungeheuer ihr bringen soll, ist in allen Bereichen der Kunst rezipiert worden. Doch der erfahrene Held Perseus kommt in letzter Minute und rettet die Königstochter. Bei Ibert kommt aber alles anders als der antike Mythos es vorschrieb. Er setzt neue Akzente in der Handlung, wodurch es ihm gelingt, bis zum Ende der Oper einen Schwebezustand zwischen Tragik und Komik zu erzielen und ein überraschendes Ende zu gestalten.

Nicht in den Höhen der olympischen Götter, sondern in den finsteren Kneipen von Paris spielt Frederick Delius’ Margot La Rouge. Hier nämlich treffen sich die rothaarige Margot und ihr Sergeant Thibault nach fünf Jahren wieder. Margot, Thibaults Jugendliebe, ist mittlerweile zur Prostituierten geworden, doch die Gefühle für ihren Thibault sind unverändert. Gemeinsam möchten sie noch einmal von vorne anfangen. Doch das Milieu hinter sich zu lassen, ist nicht so leicht. Die Katastrophe scheint vorprogrammiert.

Margot La Rouge, Delius’ fünfte 1910 entstandene Oper, wurde erst 1981 in London konzertant uraufgeführt. Auf dem Kontinent wurde Margot La Rouge noch nicht gezeigt.

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