Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Theater Osnabrück

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Domhof 10-11
D 49074 Osnabrück
Niedersachsen
Tel.:0541-7600076
Fax:
eMail → kartenvertrieb@theater.osnabrueck.de
Homepage: → www.theater.osnabrueck.de
Ticketinfo:Telefonische Reservierung:
Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 18.00 Uhr
und Samstag von 11.00-14.00 Uhr
Spielstätten: Stadttheater

Geschichte

Zum Theater hatte die Osnabrücker Bürgerschaft – schenkt man historischen Aufzeichnungen Glauben – von jeher ein sehr enges Verhältnis. Das erste in der Stadt aufgeführte Freilichtspiel wird 1383 urkundlich erwähnt. Noch bis in die Renaissance hinein erlebte in Osnabrück das Bischofs- und Osterspiel regelmäßige Aufführungen. Im 17. Jahrhundert waren es dann die Schulspiele, die das Publikum unterhaltend belehrten. Wandernde Theatergruppen kamen ab 1640 in immer regelmäßigeren Abständen nach Osnabrück.

Als frühester Termin für ein fester umrissenes Theaterleben in Osnabrück kann das Jahr 1771 gelten, als die Seylerische Gesellschaft im Marstallflügel des Schlosses gastierte. Hier spielte sich bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Hauptsache das Osnabrücker Theaterleben ab. 1818 wurde das Gebäude endgültig als Reitsaal hergerichtet, was eine Suche nach einer neuen Heimstatt für das Osnabrücker Theater notwendig machte. Diese glaubte man im leerstehenden Waisenhof an der Großen Gildewart gefunden zu haben, doch war das Gebäude in ruinösem Zustand und der Magistrat der Stadt nach eigenem Bekunden nicht in der Lage, die Wiederinstandsetzung des Gebäudes zu finanzieren. So war es privatem Bemühen überlassen, der theaterlosen Zeit Abhilfe zu schaffen. Ergebnis der Bemühungen war das Actien-Theater in Osnabrück, dessen Grundlage ein zusammengesammeltes Kapital von 5000 Talern war. 1832 konnte schließlich den Osnabrücker Bürgern mit dem renovierten Gebäude an der Großen Gildewart die erste feste Theaterspielstätte übergeben werden.

Den Spielbetrieb bestritt man in Zusammenarbeit mit Münster, Detmold und Pyrmont. In den Jahren 1827 bis 1833 ist der Name Albert Lortzings, der von Detmold aus am Actien-Theater als Musiker und Sänger tätig war, eng mit dem Theater Osnabrück verknüpft. Es soll auch – glaubt man seinen Biographen –, die glücklichste Zeit seines Lebens gewesen sein.

Viele Jahrzehnte lang mußte sich das Theater selbst tragen, oder besser: war ein Zuschußbetrieb für seine Aktionäre. Erst mit Beschluß vom 15. August 1882 erklärte sich der Magistrat bereit, das Theater zu übernehmen. Osnabrück hatte von nun an ein Stadttheater. Es wurde allerdings immer schwieriger, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und vor allem den behördlichen Auflagen in puncto Sicherheit und Feuerschutz nachzukommen. Diese führten 1881 zu einer vorübergehenden Schließung, die im folgenden Jahr, nachdem ein eiserner Vorhang und diverse andere Einrichtungen installiert worden waren, wieder aufgehoben werden konnte. Doch es regte sich unüberhörbar der Wunsch nach einem neuen Theater. Diesem Wunsch stand man allseits mit großer Aufgeschlossenheit gegenüber, doch es fehlte zunächst das Geld. Nachdem auch die Finanzierung im großen und ganzen geklärt war, wurden zwei Bauplätze in die engere Wahl gezogen: zum einen an der Bocksmauer und zum anderen anstelle der Boeselagerschen Kurie, die bis zu diesem Zeitpunkt das Ratsgymnasium beherbergte, das aber 1906 zum Wall umziehen konnte und somit den Platz freimachte für das neue Stadttheater.

Ein Vorentwurf von Professor Martin Dülfer fand zwar viel Anklang, überstieg aber die als vertretbar angesehenen Kosten um etwa 200.000 Mark. Deshalb lag die endgültige Ausarbeitung der Pläne und später die Bauaufsicht in den Händen des Stadtbaumeisters Friedrich Lehmann, dessen Konzept allgemeine Zustimmung erfuhr. Im Frühjahr 1908 wurde mit dem Bau begonnen, im Spätherbst desselben Jahres war bereits der Rohbau erstellt, alle übrigen Arbeiten waren im wesentlichen im September 1909 beendet. Von der Gesamtsumme, die inklusive Theaterfundus 690.000 Mark betrug, wurden insgesamt 175.000 Mark durch Sammlung aufgebracht. Dieser Betrag mag als Zeugnis für die Zuwendung der Osnabrücker zu ihrem Theater gelten. Manch anderer Sachbeitrag kam hinzu, das Heft zur Eröffnungsvorstellung erwähnt besonders den dunkelvioletten Stoffvorhang, „ein Geschenk der Osnabrücker Frauen und Jungfrauen“. Am 29. September 1909 hob sich zur Eröffnung des neuen Theaters erstmals der Vorhang zu Julius Caesar.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde beim letzten Luftangriff auf Osnabrück am 25. März 1945 auch das Theater ein Opfer der Bomben. Doch am 18. September 1945 erfolgte bereits die Gründung des Theatervereins Osnabrück, die unter anderem die Gründung einer Theater-GmbH und somit den Wiederaufbau des Osnabrücker Theaters zum Ziel hatte. Zwei Wochen nach der Gründung des Theatervereins war dann auch die Theater-GmbH ins Leben gerufen worden. Als Interimslösung wurde die von der Militärregierung beschlagnahmte Blumenhalle zum regelmäßigen Theaterbetrieb freigegeben, gestützt von einem Kammerspiel im brandgeschwärzten Foyer des bis auf die Umgänge zerstörten Theatergebäudes. Mit dem Ende der Spielzeit 1946/47 kam auch das Ende der Theater-GmbH, nachdem der Beschluß ergangen war, das Theater wieder in städtische Regie zu übernehmen. Und so hatte mit Beginn der Spielzeit 1947/48 Osnabrück wieder ein Stadttheater. Am 24. Mai 1949 schließlich faßte man den Entschluß, das Stadttheater zu schließen und mit dem Wiederaufbau des alten Theatergebäudes am Domhof zu beginnen, das schließlich am 9. September 1950 wiedereröffnet werden konnte.

Der Wiedererrichtung des Theaters schlossen sich zwei weitere Umbauphasen an: 1971 erfolgte ein Um- und Ausbau sowie der Neubau des Foyers durch die Osnabrücker Architekten Burlage und Nibuer. 1984 entschied der Verwaltungsausschuß, mit den Planungen für den Umbau zu beginnen. Der Baubeginn erfolgte mit Ende der Spielzeit 1984/85 am 15. Juli, die Fertigstellung und Eröffnung des Gebäudes fand am 1. Januar 1987 statt.

(Quellen: Till Friedrich: Theater seit dem 14. Jahrhundert;

Karl Kühling: Wiederbeginn unter Trümmern)

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc