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Meininger Theater

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Bernhardstr. 5
D 98617 Meiningen
Thüringen
Tel.:3693 / 451222
Fax:
eMail → kasse@das-meininger-theater.de
Homepage: → www.das-meininger-theater.de
Ticketinfo:Öffnungszeiten der Kasse :

Dienstag - Freitag:
10.00 - 12.30 Uhr, 13.30 - 18.00 Uhr
Samstag:
10.00 - 12.00 Uhr
Spielstätten: Georgie's Off/Inn/Foyer
Meininger Theater
Puppentheater

Geschichte

Mit der Oper Fra Diavolo von Daniel François Esprit Auber wurde am 17. Dezember 1831 das Meininger Herzogliche Hoftheater eröffnet. In der Folgezeit verpflichtete man regelmäßig Theatergesellschaften, die Opern und Schauspiele aufführten, die allerdings nur eine geringe finanzielle Unterstützung seitens des Herzogs zu erwarten hatten. Georg II., der 1866 die Regentschaft in Sachsen-Meiningen und damit auch die Leitung des Theaters übernahm, bildete zwar ein festes Ensemble von Schauspielern, schränkte aber die Zahl der Opernaufführungen ein. Einen deutlichen Hang hin zu den Werken Shakespeares erhielt das Hoftheater in Meiningen, als der Dichter und Shakespeare-Übersetzer Friedrich von Bodenstedt als Intendant am Hoftheater engagiert wurde.

Als sogenannte „Meininger Theaterreform“ ging das Bestreben Georgs II. in die Theatergeschichte ein, die philosophischen, dramaturgischen, dekorativen und schauspielerischen Elemente eines Werkes zu einem geschlossenen Gesamtkunstwerk zu vereinen. Auf der Grundlage eines an historischer Authentiziät orientierten Strebens entwarf Georg II. selbst Pläne für Dekorationen und Kostüme. Das Ergebnis waren bemerkenswerte Inszenierungen, mit denen das Meininger Theater zwischen 1874 und 1890 durch ganz Europa reiste. Insgesamt gaben sie 81 Gastspiele in 37 Städten und spielten 2887 Aufführungen von 41 Stücken.

Am 5. März 1908 brannte das Hoftheater aus. Es wurde nach den Plänen des Meininger Hofbaurates Behlert wieder aufgebaut und bereits am 17. Dezember 1909 mit einer Aufführung von Schillers Wallensteins Lager und Die Piccolomini als eines der damals modernsten Theater Europas wieder eingeweiht. Die Vorderfront schmücken sechs korinthische Säulen, die den Giebel tragen, in den Georg II., der sogenannte Theaterherzog, den Spruch anbringen ließ: „Dem Volke zur Freude und Erhebung“.

In besonderem Maße erfuhr auch die Meininger Hofkapelle durch Georg II. eine Förderung. Als deren Gründungsdatum gilt allgemein der Oktober 1690. Aus dieser Zeit stammt die erste aktenkundliche Erwähnung einer größeren Ausgabe zur Anschaffung von Instrumenten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte es der Klangkörper zu einer bemerkenswerten Reputation, was unter anderem der Wunsch Richard Wagners, Meininger Musiker im Orchester der Bayreuther Festspiele mitwirken zu lassen, zeigt.

Mit der Berufung Hans von Bülows nach Meiningen – im Jahre 1880 – begannen die großen Erfolge der Meininger Hofkapelle und deren Konzertreisen, die sie unter anderem in die Musikmetropole Wien führten. Von 1880 bis 1914 reiste die Hofkapelle in 108 europäische Städte und gab 371 Konzerte, außerdem wurden weitere 388 Kammerkonzertgastspiele während der Zeit von 1876 bis 1914 gegeben. Nicht zuletzt dem erfolgreichen Wirken Hans von Bülows ist es zu danken, daß Johannes Brahms nach Meiningen kam, um hier am 25. Oktober 1885 höchstpersönlich am Pult der Meininger Hofkapelle seine vierte Sinfonie aus der Taufe zu heben. In der Spielzeit 1885/86 übernahm Richard Strauss die Leitung der Hofkapelle. Nach Fritz Steinbach und Wilhelm Berger kam von 1911 bis 1914 Max Reger als Leiter des Klangkörpers nach Meiningen. Viele seiner bedeutenden Werke entstanden in Meiningen, und unter seiner Führung erlebte das Meininger Konzertleben noch einmal eine Blütezeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte das Meininger Theater bedeutsame Traditionslinien fort: Stücke von Shakespeare, Schiller, Kleist aber auch Werke von Richard Strauss, Richard Wagner, Max Reger und Johannes Brahms standen im Mittelpunkt des Spiel- und Konzertplans. Dazu kamen Stücke von zeitgenössischen Autoren. Mit einigen DDR-Erstaufführungen – etwa Weills Dreigroschenoper (1958; Regie: Fritz Bennewitz, Gastspiel im Berliner Ensemble) und Napoleon oder Die Hundert Tage von Christian Grabbe (1974, Regie: Horst Ruprecht, Gastspiel im Deutschen Theater Berlin) – gelangen dem Ensemble maßstabsetzende Inszenierungen für das DDR-Theater.

1987 wurde der Grundstein für den Erweiterungbau gelegt, der im Juni 1991 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Im Theater-Anbau befinden sich ein Chorsaal, ein Ballettsaal, ein Orchesterprobenraum, eine Probebühne, Repetitionsräume sowie eine den Maßen der Hauptbühne entsprechende große Probebühne, die unter dem Namen „Georgies Off“ als zweite Spielstätte regelmäßig genutzt wird. Sie wurde am 8. Februar 1991 eingeweiht. Im Januar 1995 wurde ein weiteres Werkstättengebäude neben dem Theater eingeweiht, in dem sich unter anderem Schlosserei, Tischlerei, Malsaal sowie die Büros und Werkstätten der Bühnenbildner und der Graphik befinden.

Wagners Ring in Meiningen

Die vier Premieren von Wagners Ring des Nibelungen an vier aufeinanderfolgenden Tagen bilden das Zentrum der 10. Meininger Theaterwoche 2001. Daß man sich für dieses Großprojekt entschieden hat, liegt nicht zuletzt in den historischen Beziehungen begründet, die das Meininger Theater bereits zu Lebzeiten Wagners durch die Mitwirkung der Meininger Hofkapelle und der Gebrüder Brückner – der Bühnenmaler des Meininger Theaters – bei den Bayreuther Festspielen zur Festspielstadt geknüpft hat. In Meiningen wurden mit Ausnahme des Parsifal bereits alle Musikdramen Wagners aufgeführt. Auf insgesamt 41 Aufführungen von Werken Wagners kann die Meininger Theatergeschichte bis zum heutigen Zeitpunkt blicken. Anlaß genug auch für die Museen in Meiningen, sich mit einer Rückschau dieser Traditionslinie zu erinnern. Zudem macht die Mitwirkung des Wiener Bildhauers und Malers Alfred Hrdlicka als Bühnenbildner diese vier Premieren zu einem sehr interessanten Unterfangen.

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