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Staatsoper Hamburg

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Große Theaterstr. 25
D 20354 Hamburg
Hamburg
Tel.:040 - 35 68 68
Fax:040 - 35 68 610
eMail → ticket@staatsoper-hamburg.de
Homepage: → www.staatsoper-hamburg.de
Ticketinfo:
Spielstätten: Hamburgische Staatsoper
opera stabile
Staatsoper

Geschichte

Das erste öffentliche Opernhaus in Deutschland wurde am 2. Januar 1678 in Hamburg mit den Singspiel Adam und Eva von Johann Theile eröffnet. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es Opernaufführungen ausschließlich an den Höfen und waren nur einem ausgewählten und geladenen Publikum zugänglich. Kunstliebende Hamburger Bürger, darunter der Ratsherr Gerhard Schott, der Jurist Peter Lütjens und der Organist Johann Adam Reincken setzten die Gründung des Theaters, das auf privatwirtschaftlicher Basis geführt werden sollte, durch und bildeten gleichzeitig das erste Direktorium. Das einem Schuppen ähnelnde „Opern-Theatrum“, ein langgezogener Holzbau des italienischen Baumeisters Sartorio, stand zwischen Jungfernstieg/Ecke Gänsemarkt und den Collonaden und entwickelte sich zu einem führenden musikalischen Zentrum des Barockzeitalters. Dies belegen vor allem Aufführungen von Opern Reinhard Keisers, Thomas Selles und Johann Matthesons sowie nicht zuletzt Georg Friedrich Händels Verpflichtung an die Oper: Händel war 1703 als Geiger und Cembalist engagiert, 1705 fand in Hamburg die Uraufführung seiner Oper Almira statt. Die ständigen Attacken pietistisch orientierter Theologen, die auf die ihrer Meinung nach nur der Sinnlichkeit verpflichteten Oper nicht gut zu sprechen waren, finanzielle Mißwirtschaft und das geringe Interesse der Bürger an den Aufführungen führten schließlich dazu, daß das Haus 1738 als selbständiges Unternehmen geschlossen wurde. Bis zum endgültigen Abriß des Hauses 1763 diente es vor allem durchziehenden Komödiantentruppen als Spielort. So wird auch die italienische Oper in Hamburg heimisch. Der 32jährige Christoph Willibald Gluck beispielsweise kam 1748 mit der Operntruppe Antonio Mingottis nach Hamburg.

Am 31. Juli 1765 wurde auf Initiative Konrad Ernst Ackermanns auf dem Platz des abgebrochenen Opernhauses das „Ackermann’sche Comödienhaus“ eröffnet. Einen reinen Opernbetrieb nahm man nicht mehr auf, sondern mischte Musiktheater und Schauspiel. Seit 1767 hieß das Theater auf Betreiben Lessings, der hier bis 1779 Dramaturg war und während dieser Tätigkeit seine Hamburgische Dramaturgie herausgab, Deutsches Nationaltheater.

1827 hatte der alte Holzbau am Gänsemarkt ausgedient, am 3. Mai desselben Jahres wurde mit Goethes Egmont und der dazugehörigen Schauspielmusik Ludwig van Beethovens das neue Stadt-Theater nach Plänen von Carl Friedrich Schinkel am Platz der heutigen Staatsoper in der Dammtorstraße eröffnet. Bis Bernhard Pollini 1873 die Direktion übernahm, stand das Haus des öfteren vor dem finanziellen Ruin. Unter Pollini, der durchsetzte, daß das Theater erstmals Gelder von der öffentlichen Hand erhielt, erlebte das Haus eine Glanzzeit.

Seit 1934 firmiert die Oper als „Hamburgische Staatsoper“. Während des Krieges wurde der Zuschauerraum durch Luftangriffe völlig zerstört, nur das Bühnenhaus blieb erhalten. Bereits am 9. Januar 1946, konnte ein Interimstheater mit Mozarts Hochzeit des Figaro eröffnet werden. Im Februar 1953 begann der Abbruch der Vorderhaus-Ruine. Nach Plänen des Architekten Gerhard Weber entstand ein neues Zuschauerhaus, das am 15. Oktober 1955 mit Mozarts Zauberflöte in der Inszenierung von Günther Rennert eröffnet wurde. Am 1. November 1975 fiel beinahe der gesamte Fundus im Wert von 25 Millionen Mark einem Brand zum Opfer. Mit der Opera Stabile wurde schließlich 1975 eine Experimentierbühne für zeitgenössisches Ballett- und Musiktheater ins Leben gerufen.

Repertoire

Eine durchaus wechselvoll zu nennende Geschichte durchlebte die Gattung Oper in Hamburg. Nachdem vor allem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – und hier größtenteils unter Federführung von Friedrich Ludwig Schröder – die Oper zugunsten des Schauspiels stark zurückgedrängt wurde, festigte sich unter der Ägide von Bernhard Pollini die Aufführungstradition von Opern Verdis (Aida, 1876) und Wagners (Der Ring des Nibelungen, 1878).

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde das Theater eine Hochburg für Strauss und Wagner, aber auch Hindemiths Sancta Susanna, Strawinskys Geschichte vom Soldaten und Janáceks Jenufa wurden in den Spielplan aufgenommen. Vor allem Günther Rennert, 1948 zum Intendanten ernannt, ist es zu danken, daß die regelmäßige Aufführung zeitgenössischer Werke ins Zentrum der Nachkriegstradition an der Hamburgischen Staatsoper rückte. Rolf Liebermann setzte in der Nachfolge von Günther Rennert durch die konsequente Vergabe von Kompositionsaufträgen dessen Weg der Förderung zeitgenössischen Musiktheaters fort – angefangen bei Hans Werner Henzes Prinz von Homburg aus der Spielzeit 1959/60, bis zu Mauricio Kagels Staatstheater (1971/72) und Unter dem Milchwald von Walter Steffens (1972/73). In der Woche des zeitgenössischen Musiktheaters im Februar 1961 fanden innerhalb von acht Tagen neun Aufführungen moderner Musiktheaterproduktionen statt, darunter Brittens Sommernachtstraum, Blomdahls Aniara, Bergs Lulu und Wozzeck sowie Liebermanns Schule der Frauen.

Während sich Horst Stein als Wagner-Dirigent einen Namen machte und Christoph von Dohnányi eher selten gespielte Werke auf den Spielplan setzte, machte die Staatsoper zu Beginn der 90er Jahre wieder mehr und mehr durch die intensive und zudem richtungsweisende Auseinandersetzung mit Werken des zeitgenössischen Musiktheaters auf sich aufmerksam: die Welturaufführung von Wolfgang Rihms Eroberung von Mexico (9. Februar 1992), Alfred Schnittkes Historia von D. Johann Fausten (1995/96), Rolf Liebermanns Freispruch für Medea (1995/ 96) und zuletzt Helmut Lachenmanns vielbeachtete Uraufführung von Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (1997).

Künstlerische Höhepunkte

  • 1830 Konzerte von Niccoló Paganini
  • 1832 Wilhelmine Schröder-Devrient gibt ein Gastspiel als Leonore in Beethovens Fidelio.
  • 1834 Aufführung der Vestalin von Niccoló Spontini unter der Leitung des Komponisten
  • 1840 Konzerte von Franz Liszt
  • 1844 Uraufführung von Friedrich von Flotows Alessandre Stradella
  • 1844 Richard Wagner inszeniert und dirigiert seinen Rienzi.
  • Mit Nabucco wird erstmals eine Oper von Verdi in Deutschland aufgeführt
  • 1892 Deutsche Erstaufführung von Verdis Othello.
  • Deutsche Erstaufführung von Tschaikowskys Eugen Onegin

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