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Bayerische Staatsoper München

Opernhäuser insgesamt: 117

 

Theatergeschichte ↓ zur Geschichte des Opernhauses

Anschrift:
Deutschland
Max-Joseph-Platz 2
D 80539 München
Bayern
Tel.:089-2185 19 20
Fax:089-2185 19 03
eMail → tickets@st-oper.bayern.de
Homepage: → www.staatsoper.de
Ticketinfo:
Spielstätten: Akademie der Wissenschaften
Akademietheater im Prinzregententheater
Allerheiligen Hofkirche
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Bayerischer Rundfunk, Studio 2
Cuvilliéstheater
Herz-Jesu-Kirche
Hubertussaal im Schloß Nymphenburg
Max-Joseph-Saal der Residenz
Nationaltheater
Pinakothek der Moderne
Prinzregententheater
Probenhaus des Bayer. Staatsballetts, Platzl 7
Reaktorhalle
Theater im Marstall

Geschichte

Bis weit ins 17. Jahrhundert hinein waren Musik- und Theateraufführungen in München Sache von fahrenden Komödiantentrupps. Zumindest so lange, bis Kurfürst Ferdinand Maria und seine Gattin Henriette Adelaide ein eigenständiges Ensemble gründeten, das zunächst im Herkulessaal der Münchner Residenz und ab 1657 in einem eigens dafür von dem Venezianer Francesco Santurini errichteten, leider nicht dokumentierten Theaterbau am Salvatorplatz seine Heimstatt hatte.

Münchens zweites Opernhaus errichtete der 1695 im belgischen Soignies geborene und 1715 nach München übergesiedelte bayerische Hofbaumeister François de Cuvilliés von 1751-1753. Das sogenannte „Residenztheater“ war eine höfische Kultureinrichtung und diente vornehmlich der Pflege des italienischen und französischen Musiktheaters.

1795 wurde das Opernhaus am Salvatorplatz wegen Baufälligkeit geschlossen und schließlich 1802 abgerissen. Da sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine zusehends selbstbewußte bürgerliche Oberschicht etabliert hatte, die in zunehmendem Maße nach gleichberechtigter Teilnahme am kulturellen Leben verlangte, konnte das Residenztheater mit seiner künstlerischen Ausrichtung mit Schwergewicht auf der italienischen Oper und seinem Angebot von 560 Plätzen dem Bedarf nicht gerecht werden. Im September 1810 erteilte der zum König erhobene Kurfürst Max Joseph den Auftrag zur Errichtung eines Nationaltheaters. Architekt war der in Mannheim geborene Karl von Fischer. Noch dessen Projektzeichnungen von 1811 zeigen den Bau im Vergleich zu seiner heutigen Gestalt erheblich aufwendiger. Das eigentliche Opernhaus war ursprünglich – ähnlich wie das sieben Jahre später erbaute Schinkelsche Schauspielhaus in Berlin – als beiderseits von Seitenflügeln flankierter Mitteltrakt gedacht. Der nördliche Flügel sollte die klassizistisch angepaßte Fassade des Residenztheaters bilden, der Südflügel einen großen Ballsaal beherbergen.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Oktober 1811. Insgesamt sieben Jahre dauerte der Bau des Nationaltheaters in München, der von einer Verkettung widrigster Umstände begleitet wurde und letztendlich das Ende der Karriere, die gesundheitliche Zerrüttung und den vorzeitigen Tod Fischers zur Folge hatten: Ein Finanzierungsdebakel führte bereits 1813 zu einer Einstellung der Bauarbeiten. Der Bankier Straßburger weigerte sich, Geld nachzuschießen, und der Staat war durch den napoleonischen Rußlandfeldzug handlungsunfähig. Erst im Frühjahr 1816 wurden die Bauarbeiten an der zwischenzeitlich maroden Bauruine wieder aufgenommen. Man hatte sich allerdings zu dem Entschluß durchgerungen, auf den Redoutensaal zu verzichten und das Theater in der heutigen Form aufzubauen. Zu einer weiteren Verzögerung führte ein Brand, dem 1817 der montagefertige Dachstuhl zum Opfer fiel. 1818 schließlich konnte der Bau des Nationaltheaters in seiner reduzierten Gestalt vollendet werden. Eröffnet wurde das neue Haus am 12. Oktober mit der Uraufführung von Ferdinand Fränzls Die Weihe. Der schwer angeschlagene Baumeister Karl von Fischer überlebte dieses Ereignis nur um wenig mehr als ein Jahr. Er verstarb am 12. Februar 1820 im Alter von 37 Jahren.

Am 14. Januar 1823 brach während einer Vorstellung ein Feuer aus. Innerhalb von nur wenigen Stunden brannte das Haus bis auf die Umfassungsmauern nieder. Schon nach wenigen Tagen wurde die Wiederherstellung in der ursprünglichen Form beschlossen; die Stadt München übernahm die Kosten. Mit der Durchführung wurde Fischers einstiger Konkurrent Leo von Klenze beauftragt. Dieser hielt sich im wesentlichen an die Vorgaben seines Vorgängers und ließ nun auch die Säulenvorhalle am Max-Joseph-Platz vollenden. Während er die Innenräume, wenngleich mit punktuellen Abweichungen im Dekor, zumindest weitgehend im Sinne Fischers rekonstruierte, nahm er am Außenbau deutliche Korrekturen vor. Wohl unter dem Einfluß des 1821 eröffneten Berliner Schauspielhauses ersetzte er das Walmdach auf dem Bühnenturm durch ein Satteldach, wodurch es zur Herausbildung eines zweiten Giebels kam. Die Wiedereröffnung des Hauses erfolgte am 2. Januar 1825. 1839 wurden schließlich die Giebelflächen mit Malereien versehen, die 1887 durch Glasmosaiken ersetzt wurden. Ein Kulissenmagazin auf der Südseite des Gebäudes mußte 1854 der Verbreiterung der Maximilianstraße weichen. Im gleichen Jahr wurde der Orchestergraben vergrößert. 1925 erfolgte die grundlegende Modernisierung der Bühne und der Bühnentechnik.

Der Neubau des Nationaltheaters am Max-Joseph-Platz stand fast programmatisch für den Umbruch, den das Musiktheater in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte. War die Bezeichnung des Hauses Synonym für das Ende der Vorherrschaft der italienischen Oper, so spiegelte sich im Wandel vom höfischen Logentheater zum bürgerlichen Rangtheater die gesellschaftliche Veränderung der Zeit wider. Auf der Liste der Komponisten, deren Werke hier im 19. Jahrhundert zur Uraufführung gelangten, finden sich fast nur deutsche Namen.

Am 3. Oktober 1943 fiel das Münchner Opernhaus einem Bombenangriff zum Opfer. Es wurde bis auf die Umfassungsmauern völlig zerstört. Nach dem Krieg standen die Optionen Abriß, moderner Neubau oder Rekonstruktion zur Diskussion. Aufgrund des öffentlichen Drucks sowie der Spendenbereitschaft der Münchner Bevölkerung entschied man sich für die letztere Möglichkeit, und erhielt somit eines der Hauptwerke des deutschen Klassizismus. Unter der Leitung der Architekten Gerhard Graubner und Karl Fischer wurde die Bayerische Staatsoper in den Jahren 1958-1963 wieder aufgebaut. Die Bühne wurde nach dem Krieg vollkommen neu gestaltet. Das Haus verfügt seither über eine der größten Theaterbühnen überhaupt mit zusätzlicher Seiten- und zwei Hinterbühnen. Der Wiederaufbau kostete insgesamt 62 Millionen Mark. In den Jahren 1987?1989 wurde die gesamte Bühnentechnik nochmals auf den modernsten Stand gebracht.

Künstlerische Höhepunkte

Einer der ersten künstlerischen Glanzpunkte des Hauses war die Münchner Erstaufführung von Carl Maria von Webers Freischütz im Jahre 1822. Einen überragenden Höhepunkt erlebte das Münchner Nationaltheater während der Regierungzeit Ludwig II. (1864-86), der 1864 den von ihm verehrten Richard Wagner nach München holte. Insgesamt vier Opern Wagners erlebten in München ihre Uraufführung. Im Jahre 1875 wurden dann als erste europäische Festspiele die bis heute bestehenden Münchner Opernfestspiele ins Leben gerufen. Von 1894-1896 leitete Richard Strauss die Hofkapelle. Er bereitete in München, nicht zuletzt durch die Erstaufführungen seiner eigenen Kompositionen, den Weg für die Moderne. Bis zum Ende des Jahrtausends hat der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Peter Jonas, jährlich eine Opern-Uraufführung in Auftrag gegeben.

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