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Interpreten und Ensembles präsentieren sich

Romain Nosbaum

Romain Nosbaum
Foto: Romain Nosbaum, Foto: Mathieu Lebrun

Romain Nosbaum

www.romain-nosbaum.com

Pianist
Disko Video

Encores - Romain Nosbaums Erste Solo-CD beim Label ARS Produktion

Der Pianist Roman Nosbaum stammt aus einer Musikerfamilie und begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspiel. Seine Ausbildung erhielt er am Konservatorium seiner Heimatstadt Luxemburg sowie in Metz, Basel, Bern und am Mozarteum Salzburg. Von 1998 bis 2008 war er selbst als Dozent am Luxemburger Konservatorium tätig. Neben Solokonzerten ist er auch ein engagierter Kammermusiker und legt mit seiner neuen Solo-CD ein sehr persönliches Programm vor. Im Gespräch äußert sich Romain Nosbum zu seiner aktuellen Aufnahme:

Bereits die früheren Alben wurden für Ihre persönliche Interpretation lobend hervorgehoben. Wieviel Persönlichkeit oder Spielraum der persönlichen, "freien" Interpretation lässt ein Programm zu, dass so heterogen ist wie das aktuelle?

Wenn man sich die Partituren anschaut, denkt man immer, man sei sehr beschränkt, was die Interpretation der Werke anbetrifft. Von Bach bis Takemitsu und Petrovic-Vratchanska sind die Werke genau ausgeschrieben. Ich denke, dass die Freiheit vor allem im Klangspektrum unbeschränkt ist und das Wesentliche der Interpretation ausmacht. Es gibt dann auch Werke, in denen man mit Rubati arbeiten darf, ich denke da vor allem an Poulenc, Rachmaninow oder Berio (Wasserklavier).

Trotz der Vielseitigkeit ist das Programm (Urheber der Transkriptionsvorlagen unberücksichtigt) aus der Zeit 1880+ und umfasst spätromantische bis moderne Kompositionen. Eignen sie sich besser für ein Konzept der 'Freiheit' als ältere Musik?

Beim Bach/Siloti handelt es sich um eine Transkription, also eine Wiederbearbeitung eines Bach Präludiums durch Alexander Siloti. Die Freiheit offenbart sich in der Transkription mit dem vorgegebenen Material. Eine nicht transkribierte Bach-Komposition würde in dieses Programm wohl nicht hineinpassen.

Und dazu: Gibt es, und wenn ja inwiefern, dabei einen Zusammenhang zu Ihrem Repertoire generell und die Vorliebe für Romantik & Moderne? Was vermissen sie an 'alter' oder 'älterer' Musik?

Es stimmt wohl, dass ich eher ein "Romantiker“ bin. Wahrscheinlich auch deswegen, weil die Klangpalette größer ist und gerade deswegen, weil die Werke für das moderne Piano geschrieben worden sind. Das Gleiche gilt für die Impressionisten (Debussy). Albena Petrovic Vratchanska geht noch einen Schritt weiter: es kommen noch ganz andere Klänge dazu (Gong, Rassel etc). Dadurch wird das Spiel zu einer ganzen "Mise en Scène": Die freie Bewegung im Raum. Ich bin aber auch der Meinung, dass man ein moderner und freier Bach-Interpret sein kann; ein Beispiel dafür ist der Pianist Francesco Tristano; er bringt seinen Bach wortwörlich zum "grooven".

Das Natur-Moment hat einen gewichtigen Platz im Programm und beim Konzept. Wie hängt 'Natur' und 'Freiheit' mit Musik zusammen?

Gustav Mahler sagte: "wir schöpfen alle unsere fundamentalen Rhythmen und Themen aus der Natur". Bei Debussy ist es flagrant. Ein gutes Beispiel ist "Brouillards" (Nebel): die frei beweglichen Cluster in der rechten Hand gleich das Irren im Nebel...In unserer heutigen Gesellschaft, wo wir von so vielen Sachen abhängig sind, kann uns nur noch die Natur und deren Musik Freiheit gewähren.

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Entschleunigte Feinfühligkeit, forsche Damenpranke

Edition Stefan Askenase

Noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzertierte der aus dem galizischen Lemberg stammende Pianist Stefan Askenase reglemäßig in den europäischen Konzertsälen. Das ältere Publikum hatte den Chopin-Interpreten gleichsam abonniert, bei den Jüngeren und im abgehobenen Kreis des deutschsprachigen Kritikernachwuchses galt der zierliche belgisch-polnische Theodor Pollak- und Emil von Sauer Schüler als Vertreter einer konservativen Handhabe, als ein leibhaftiges Fossil vergangener Chopin-Stilistik.

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